DevisenTrump-Pleite schwächt den Dollar

Ein weiterer politischer Rückschlag für US-Präsident Donald Trump hat den Dollar am Dienstag geschwächt. Den Euro hat dies gegenüber dem Dollar zugleich auf einen neuen Höhenflug geschickt.
18.07.2017 13:25
Der Dollar verliert am Dienstag gegenüber dem Franken an Wert.
Der Dollar verliert am Dienstag gegenüber dem Franken an Wert.
Bild: Bloomberg

Am Mittag erreichte die europäische Gemeinschaftswährung bei 1,1563 Dollar den höchsten Stand seit Mai 2016. Aktuell steht sie bei 1,1552 Dollar knapp darunter.

Auch zum Franken gibt der Dollar weiter nach und steht bei 0,9543 Franken so tief wie zuletzt im Frühjahr 2016. Dagegen präsentiert sich das EUR/CHF-Währungspaar vergleichsweise stabil bei 1,1026. Damit ist es seit dem Morgen etwas zurückgekommen.

Meldungen über ein mögliches Aus der Pläne von Trump zum Rückbau der Gesundheitsreform seines Vorgängers Barack Obama sorgen für Druck auf den Dollar. In der Nacht zum Dienstag hatten in den USA zwei weitere republikanische Parlamentarier ihren Widerstand zur überarbeiteten Gesundheitsreform des Präsidenten angekündigt, ohne die es keine Mehrheit für das Projekt geben kann. Dies weckte an den Finanzmärkten generell neue Zweifel an der Umsetzung politischer Vorhaben durch die US-Regierung, wie Steuersenkungen und Investitionsprogramme.

Konjunkturdaten aus Deutschland und dem Euro-Raum dämpfen die Euro-Stärke nicht. Die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten haben sich dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zufolge im Juli zwar etwas stärker als von Analysten erwartet eingetrübt. Nach wie vor sei aber der Ausblick für das Wirtschaftswachstum in Deutschland in den nächsten sechs Monaten recht positiv, kommentiert ZEW-Präsident Achim Wambach. Zudem zog die Kreditvergabe im Euro-Raum laut der EZB im zweiten Quartal an.

Starke Bewegung am Devisenmarkt gab es beim australischen Dollar, der im Tagesverlauf fast 2 Prozent an Wert gewann und auf den stärksten Stand seit über zwei Jahren kletterte. Auslöser dafür war die Veröffentlichung des Sitzungsprotokolls zur jüngsten Zinsentscheidung der australischen Notenbank. Darin äussern sich die Währungshüter positiv zur Wirtschaft und signalisieren bei den Zinsen Spielraum nach oben.

(AWP)