«Die Dividende bleibt mindestens gleich»

Swiss Prime Site erhöht nach positiven Halbjahreszahlen die Guidance. Im cash-Video-Interview spricht CEO Markus Graf über Einmaleffekte im Gewinn, eine mögliche Dividendenerhöhung und die Lage am Immobilienmarkt.
27.08.2015 12:34
Von Pascal Züger
Markus Graf, CEO Swiss Prime Site, im cash-Video-Interview.
Bild: cash

Das Immobilienunternehmen Swiss Prime Site (SPS) hat im ersten Halbjahr 2015 den Gesamtertrag um 20 Prozent auf 497,9 Millionen Franken erhöht, wobei die Mieteinnahmen als grösster Posten um 3,6 Prozent auf 225,2 Millionen zulegten. Betriebsertrag und Gewinn kamen deutlich über Vorjahr und über den Schätzungen der Analysten zu liegen. Zudem hat sich SPS im Bereich Alterspflege mit der Übernahme der Seniocare-Gruppe gestärkt.

Im Gesamtertrag enthalten sind auch einmalige Effekte wie Liegenschaftsverkäufe und Neubewertungen. Liest sich das Ergebnis besser, als es tatsächlich ist? "Gewisse einmalige Effekte sind im Ergebnis tatsächlich drin", sagt Markus Graf, CEO Swiss Prime Site, im cash-Video-Interview, "aber Aufwertungen von Liegenschaften können nicht wir bestimmen, das machen die Schätzer. Im Grossen und Ganzen erwartet Graf aber bis Ende Jahr trotz Einmaleffekten ein sehr gutes Resultat.

SPS erhöht die Guidance für das Geschäftsjahr 2015. Neu rechnet die Konzernleitung mit Mieterträgen, einem Betriebsgewinn (EBIT) und einem Reingewinn "deutlich" über Vorjahresniveau. Ob sich dies positiv auf die Dividende auswirkt, will Graf noch nicht verraten. Es sei noch zu früh, darüber zu sprechen, ausserdem entscheide der Verwaltungsrat darüber. Aber er betont, dass die aktuelle Dividende von 3,70 Franken pro Aktie mit einer Rendite von über 5 Prozent zum Aktienkurs bereits sehr gut sei. "Die Dividende wird aber mindestens in der Höhe gehalten", so Graf.

Höhere Leerstandsquoten bei Bürogebäuden

Als Tolggen im Reinheft der SPS erscheint die höher als erwartete Leerstandsquote. Diese wird für 2015 inzwischen leicht über der angestrebten Bandbreite von 6,5 Prozent bis 7,0 Prozent gesehen. Im ersten Halbjahr betrug sie 7,2 Prozent, nach 6,5 Prozent im Vorjahr.

Im Bereich Bürogebäude ist im Markt generell eine Abkühlung beobachtbar. "In den letzten Monaten und Jahren wurde viel gebaut bei rückläufiger Nachfrage", sagt Graf. Es würden weniger Firmen in die Schweiz kommen, gleichzeitig entschieden sich bestehende Firmen seltener für neue oder vergrösserte Büros.

SPS bekam dies beim Umbau des ehemaligen UBS-Bürohauses "Flurpark" in Zürich-Altstetten zu spüren. Die Suche nach einem Mieter gestaltet sich etwas harziger als erwartet. "Beim Flurpark haben wir zunächst nach einem Einzelmieter Ausschau gehalten", meint Graf. Aber inzwischen habe man sich dafür entschieden, das Gebäude an mehrere Mieter zu vergeben. Man hoffe, im Verlauf von Herbst bis Winter erste Mieter begrüssen zu können. Nachfrage dafür sei vorhanden.

Ganz anders die Situation im Bereich Wohnen. Hier geht SPS weiterhin von steigenden Preisen aus, da die Nachfrage, vor allem dank der Zuwanderung, weiterhin intakt sei. Obwohl es Einzelobjekte wie Einfamilienhäuser oder Stockwerkeigentum gäbe, wo inzwischen mehr bezahlt werde, sieht Graf keine Immobilienblase.

Im cash-Video-Interview sagt Markus Graf auch, weshalb er sein Amt als CEO nun bereits Ende Jahr niederlegen wird.

(Mit Material von AWP)