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Die Grossbanken bleiben Blackboxes

Die UBS hat ein ordentliches Jahresresultat abgeliefert, die Aktie legt zu. Das heisst nicht, dass die Normalität einkehrt.
04.02.2014 10:49
Von Daniel Hügli, Chefredaktor cash
Daniel Hügli, Chefredaktor cash.
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Bild: cash

Der Aktienkurs der UBS steigt am Dienstag nach der Bekanntgabe der Jahreszahlen deutlich. Dies passiert in einem negativen Börsenumfeld. So weit, so erfreulich für die UBS-Aktionäre.

Es ist nicht primär das Jahresresultat, welches den Kurs der UBS nach oben treibt. Operativ hat die Bank ordentlich gearbeitet, die grossen positiven Überraschungen blieben aber aus. Der Aktienkurs wird am Dienstag primär getrieben von der Erhöhung der Dividende und den Ausschüttungsversprechen der Geschäftsleitung.

Es ist erfreulich, wenn sich Grossbanken wie die UBS mit solider und unspektakulärer Arbeit Schritt für Schritt aus den Fängen der Krise befreien. Sie müssen sich gleichsam vom Bewusstsein entfernen, dass sie nach wie vor systemrelevant sind und daher eine implizite Staatsgarantie besitzen.

Der Weg hin zur Normalität ist lange, die Sicht- und Wägbarkeit von möglichen Erfolgen und erneuten Rückschlägen bei Grossbanken kaum gegeben. Institute wie die UBS oder die Credit Suisse bleiben in dem Sinn Blackboxes.

Verantwortlich dafür ist aus operativer Sicht das risikobehaftete Investmentbanking (IB), das für Aussenstehende schwer durchschaubar ist. Vor über einem Jahr begann zum Beispiel die UBS den Konzernumbau, der als wesentlichen Bestandteil das Herunterfahren von IB-Tätigkeiten beinhaltet. Nun liefert genau diese Division wieder den grössten Beitrag zum Vorsteuergewinn der UBS.

Verantwortlich sind aber vielmehr Unabwägbarkeiten, die nicht mit dem operativen Geschäft zusammenhängen. Rechtsfälle, Devisenmarktmanipulationen, Eigenkapitalvorschriften - solche Themen werden die Banken noch lange beschäftigen. Für juristische Fälle, regulatorische und "ähnliche Angelegenheiten" musste die UBS im letzten Jahr erneut 1,7 Milliarden Franken zurückstellen. Auch 2014 rechnet die Bank mit erhöhten Belastungen. Niemand kann vorhersagen, wann diese Angelegenheiten für die Banken vom Tisch sind - und ob allenfalls neue, grössere Brocken dazukommen.

Seit Mitte 2008 bewegt sich der Aktienkurs der UBS in der Spanne zwischen 10 und 20 Franken, geprägt von Ausschlägen nach oben und nach unten. Es ist nicht anzunehmen, dass sich dieses Bild mittel- und längerfristig ändern wird.