«Die Hausse ist noch lange nicht tot»

Geht es nach den Strategen der amerikanischen Grossbank Citigroup, dann haben die Aktienmärkte weiteres Aufwärtspotenzial. Den Anlegern raten sie zum Zukauf in Schwächephasen.
22.08.2014 08:51
Von Lorenz Burkhalter
Der Bulle steht symbolisch für die seit gut fünf Jahren dauernede Aufwärtsbewegung an den Aktienmärkten.
Der Bulle steht symbolisch für die seit gut fünf Jahren dauernede Aufwärtsbewegung an den Aktienmärkten.
Bild: Bloomberg

Es ist erst wenige Tage her, dass die Citigroup ihre Anlagekundschaft dazu anhielt, trotz Korrektur an den Aktienmärkten die Nerven zu bewahren. Nun legen die für die amerikanische Grossbank tätigen Strategen nach: Dass sich die Märkte in einem fortgeschrittenen Stadium befinden, stellen sie nicht in Abrede. Dennoch sei "die Hausse noch lange nicht tot", weshalb die Experten der eigenen Anlagekundschaft in Rückschläge hinein zum Zukauf von Aktien raten.

Zumindest in New York kommt die Empfehlung zeitgleich mit neuen Rekordständen beim viel beachteten und seit Jahresbeginn um 8 Prozent höheren S&P-500-Index. Und auch der für Momentum-Aktien wichtige Nasdaq Composite Index notiert auf dem höchsten Stand seit Platzen der Dotcom-Blase Ende der Neunzigerjahre.

Gründe, die gegen ein baldiges Ende der Aktienhausse sprechen

Die Strategen der Citigroup sehen die Aktienmärkte von einer liquiditätsgetriebenen in eine gewinngetriebene Hausse übergehen. Die Unterstützung der Anleihenmärkte falle in Zukunft zwar weg, werde allerdings von steigenden Unternehmensgewinnen abgelöst, schreiben sie.

Diese neue Phase werde an den Aktienmärkten meist von stärkeren Kursschwankungen begleitet und von einer immer geringeren Anzahl einzelner Aktien getragen. Um abschätzen zu können, ob die Hausse nach gut fünf Jahren nicht doch bald dem Ende entgegen geht, haben die Strategen die Marktbreite nach folgenden fünf Kriterien durchleuchtet: Anteil Aktien mit neuen Höchstständen, Anteil Aktien mit einer besseren Entwicklung als der breite Markt, branchenübergreifende Ertragsvolatilität, Anzahl Risikofaktoren für die Märkte und die an der Absorptionsfähigkeit gemessene Marktanfälligkeit.

Rückschläge an den Märkten für Zukäufe nutzen

Das kurze aber unmissverständliche Ergebnis der Untersuchung: Bei keinem der fünf Kriterien gibt es alarmierende Anzeichen für eine baldige Trendumkehr an den Aktienmärkten.

Die für die Citigroup tätigen Strategen raten ihrer Anlagekundschaft deshalb, zukünftige Rückschläge zum Auf- oder Ausbau von Aktienengagements zu nutzen. Mit dieser Empfehlung befinden sie sich allerdings sowohl in Europa als auch in Übersee in bester Gesellschaft.