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«Die Hiobsbotschaften häufen sich»

Wegen schwachen Unternehmenszahlen steht die weitere Entwicklung der Börsen auf wackligen Beinen, sagt cash-Guru Alfred Herbert im cash-Börsen-Talk. Bei ABB und Novartis sieht er unterschiedliche Kurstendenzen.
25.04.2014 01:00
Von Daniel Hügli
cash-Guru Alfred Herbert im cash-Börsen-Talk.
Bild: cash

Vier Anläufe unternahm der Swiss Market Index in diesem Jahr nach oben, dreimal fiel er wieder deutlich zurück. Die Anleger habens gemerkt: Es will nicht so recht mit den Aktienmärkten in diesem Jahr. Schaut man sich die Kursentwicklung des Swiss Market Index seit letztem Juli an, dann ist aber - allem Auf und Ab des Verlaufs zum Trotz - eine stetige Bewegung nach oben festzustellen. Viele Experten sagen, es werde mit diesen volatilen Aufwärtsmärkten weitergehen.

Dem widerspricht cash-Guru Alfred Herbert. "Wir sind bereits im Trend einer Abflachung dieser volatilen Aufwärtsmärkte", sagt er im cash-Börsen-Talk. Für Herbert sind die Börsen wahrscheinlich an einem Wendepunkt angelangt.

Der Hauptgrund: "Die Hiobsbotschaften häufen sich auf Unternehmensseite", so Herbert. Das zeige sich detailliert bei den Ergebnissen der Unternehmen zum ersten Quartal. "Die Firmen haben Mühe mit den Währungen, die Gewinne im Vergleich zum letzten Jahr hinken".

ABB ja, Novartis nein

Mühe, die Investoren mit den Erstquartalsresultaten zu überzeugen, hatten in den letzten zwei Wochen die SMI-Unternehmen Credit Suisse, Nestlé und Novartis. Sie alle mussten am Tag der Bekanntgabe der Zahlen Kurseinbussen bei ihren Aktien einstecken, weil die Unternehmen die Prognosen des Marktes nicht erfüllt hatten. Als Beispiel für den schleppenden Geschäftsgang nennt Herbert auch die Uhrenindustrie. Die Schweizer Uhrenexporte sind im Monat März 2014 gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken, wie am Donnerstag bekannt wurde.

Skeptisch ist Alfred Herbert vor allem bei der Aktie von Novartis, welche seit Anfang 2013 rund 25 Prozent dazugewonnen hat. "Ich glaube nicht, dass es so weiter geht mit der Entwicklung der Novartis-Aktie." Er sieht den Konzernumbau, den Novartis am Osterdienstag kommunizierte und der bei Anlegern Anklang fand, als grosse Herausforderung. "Dieser Umbau muss Novartis erst noch hinter sich bringen. Die Analysten werden die Gewinnmargen der Novartis-Sparten genau unter die Lupe nehmen."

Positiv gestimmt ist er aber für die Aktie von ABB - dies trotz der Tatsache, dass die Aktie den Ausbruch nach oben in den letzten Jahren nie schaffen konnte. ABB veröffentlicht am nächsten Mittwoch die Quartalszahlen. Man darf auf die Börsenreaktion gespannt sein.

Im cash-Börsen-Talk äussert sich Alfred Herbert zu den Gründen seiner ABB-Liebe, zum angeblichen Vasella-Effekt bei der Novartis-Aktie und zu Deflationstendenzen in Europa.