Die Inflation bleibt in der Euro-Zone schwach

Die Inflation im Euro-Raum ist auch im August schwach gewesen.
15.09.2016 11:15
Ohne Energie und Nahrungsmittel beläuft sich die Jahresteuerung in der Euro-Zone auf 0,8 Prozent (im Bild eine Auslage im Amsterdamer Konsumtempel de Bijenkorf).
Ohne Energie und Nahrungsmittel beläuft sich die Jahresteuerung in der Euro-Zone auf 0,8 Prozent (im Bild eine Auslage im Amsterdamer Konsumtempel de Bijenkorf).
Bild: cash

Nach Zahlen des Statistikamts Eurostat vom Donnerstag lagen die Konsumentenpreise 0,2 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Damit wurden vorläufige Daten bestätigt. Bereits im Juli hatte die Inflationsrate auf diesem Niveau gelegen. Im Monatsvergleich stiegen die Konsumentenpreise im August um 0,1 Prozent.

Ohne schwankungsanfällige Komponenten wie Energie und Nahrungsmittel erhöhten sich die Konsumentenpreise auf Jahressicht um 0,8 Prozent. Diese Kernrate soll den grundlegenden Preistrend wiedergeben. Im Juli hatte sie bei 0,9 Prozent gelegen. Energie war mit 5,6 Prozent zwar abermals deutlich günstiger als vor einem Jahr, allerdings hat sich der Preisrückgang in den vergangenen Monaten tendenziell abgeschwächt. Dienstleistungen waren dagegen 1,1 Prozent teurer, Industriegüter kosteten lediglich 0,3 Prozent mehr.

Grosse Unterschiede in einzelnen Ländern

Das Inflationsgefälle im Währungsraum ist nach wie vor steil. Es reicht von 2,0 Prozent in Belgien über 0,3 Prozent in Deutschland bis hin zu minus 0,8 Prozent in der Slowakei. Die Europäische Zentralbank (EZB) orientiert sich in ihrer Geldpolitik am Durchschnittswert für den gesamten Euro-Raum. Zudem legt sie eine europäische Berechnungsmethode (HVPI) zugrunde, weswegen nationale Inflationszahlen von europäischen Werten abweichen können.

Die schwache Inflation wird von der EZB als Hauptgrund für ihre extrem lockere Geldpolitik genannt. Sie befürchtet, dass sich die Preisrückgänge verfestigen und zu einer konjunkturschädlichen Deflation verstärken könnten. Deswegen versucht sie mit zahlreichen Instrumenten, die Teuerung nach oben zu treiben. Bisher hat sie damit wenig Erfolg.

(AWP)