Die neuen Nebenwerte-Lieblinge der CS

An der Schweizer Börse spielt die Musik vor allem in den Nebenwerten. Einmal mehr nehmen die einflussreichen Analysten der Credit Suisse grössere Anpassungen bei ihren Schlüsselempfehlungen vor.
25.05.2016 08:38
Von Lorenz Burkhalter
In jedem Bahnhof vertreten: Der Kiosk von Valora.
In jedem Bahnhof vertreten: Der Kiosk von Valora.
Bild: ZVG

Die Credit Suisse ist hierzulande eine der wenigen Banken, die im Segment der Nebenwerte nicht nur Schlüsselkaufempfehlungen aussprechen, sondern auch Aktien nennen, welche Anleger besser meiden sollten. Die Grossbank selber spricht diesbezüglich von "High Conviction Ideas", sprich von "Aktienideen mit grosser Überzeugung".

Alle paar Monate nimmt das Team von Aktienanalysten der Credit Suisse bei ihren Schlüsselempfehlungen Anpassungen vor. So auch heute Mittwoch: Die Aktien von Santhera Pharmaceuticals, Tecan, Rieter und Valora werden neu auf die Liste der vielversprechendsten Nebenwerte gesetzt. Platz machen müssen hingegen jene von Cosmo Pharmaceuticals, OC Oerlikon und Straumann. EFG International scheidet aus, weil der Vermögensverwalter von den Experten nicht mehr mitverfolgt wird. Auf der Liste verbleiben die Aktien von Autoneum, mit positiven Vorzeichen sowie jene von DKSH mit negativen Vorzeichen.

Schlüsselkaufempfehlungen

Autoneum: Die Aktie wird mit "Outperform" und einem Kursziel von 280 Franken eingestuft. Die Analysten halten die Angst vor negativen Folgen einer Nachfrageverlangsamung in den Absatzmärkten auf den Automobilzulieferer für übertrieben. Gerade in Asien erachten sie die Wachstumsaussichten weiterhin als gut. Auch was die Unternehmensbewertung anbetrifft, machen die Experten weiteres Aufwärtspotenzial aus. KGV 2016: 11,2 Dividendenrendite: 2,7 Prozent

Rieter: Die Aktie wird mit "Outperform" und einem Kursziel von 250 Franken eingestuft. Der sich in einem Tief befindliche Branchenzyklus biete Chancen. Wer an der Börse gegen den Strom schwimmen wolle, dem würden sich beim Textilmaschinenhersteller günstige Einstiegsgelegenheiten bieten, so schreiben die Analysten. Die Nettobarmittel sehen sie bis Ende dieses Jahres übrigens auf 226 Millionen Franken steigen, was ihres Erachtens für Fantasie sorgt. KGV 2016: 17,9 Dividendenrendite: 2,3 Prozent

Santhera Pharmaceuticals: Die Aktie wird mit "Outperform" und einem Kursziel von 120 Franken eingestuft. Die Experten erwarten im Schlussquartal dieses Jahres einen Entscheid darüber, ob der Wirkstoff Idebenone von der Europäischen Arzneimittelbehörde zugelassen wird. Sie geben sich zuversichtlich, dass Idebenone die Zulassung erhöht. Das risikobereinigte Umsatzpotenzial des Wirkstoffs zur Behandlung von Duchenne Muscular Dystrophy (DMD) schätzen sie auf 300 Millionen Franken im Jahr. KGV 2016: n.a. Dividendenrendite: 0,0 Prozent

Tecan: Die Aktien werden mit "Outperform" und einem Kursziel von 165 Franken eingestuft. Die Experten erachten den Kursrückgang um 8 Prozent seit der Jahresergebnispräsentation von Mitte März als übertrieben und sehen darin günstige Einstiegsgelegenheiten. Von den Grossprojekten Dako/OrthoVision und der Expansion nach China erhofft man sich bei der Credit Suisse wachstumsreiche Jahre. KGV 2016: 28,8 Dividendenrendite: 1,2 Prozent

Valora: Die Aktie wird von "Neutral" auf "Outperform" heraufgestuft und das Kursziel auf 280 (218) Franken erhöht. In Erwartung höherer Margen im Detailhandelsgeschäft nehmen die Analysten ihre Gewinnschätzungen für die kommenden Jahre um bis zu 9 Prozent nach oben. Die neuen Annahmen für die Jahre 2017 und 2018 liegen um 9 respektive 14 Prozent über den jeweiligen Konsensschätzungen. Eine der Hauptattraktionen sei auch die überdurchschnittlich hohe Dividendenrendite, so heisst es bei der Grossbank. KGV 2016: 19,2 Dividendenrendite: 5,2 Prozent

Schlüsselverkaufsempfehlungen

DKSH: Die Aktie wird als einzige mit "Underperform" eingestuft und damit negativ beurteilt. Bis zum Kursziel von 55 Franken errechnet sich ein Abwärtspotenzial von 13 Prozent. Die Experten verweisen auf die anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den asiatischen Absatzmärkten. Sie befürchten, dass sich diese negativ in der Geschäftsentwicklung niederschlagen werden. Gleichzeitig zeigen sich die Analysten besorgt über die vergleichsweise hohe Bewertung und die tiefe Dividendenrendite. KGV 2016: 20,4 Dividendenrendite: 2,1 Prozent