Die Schweizer Aktie, die nur eine Richtung kennt

Die Burkhalter-Aktie wird von Anlegern und Finanzanalysten kaum beachtet, obwohl sie seit Jahren traumhafte Renditen bringt. CEO Marco Syfrig sieht auch künftig ein anhaltendes Gewinn- und Umsatzwachstum.
06.03.2013 09:11
Von Pascal Meisser
Installateure der Elektrotechnikgruppe Burkhalter im Einsatz.
Installateure der Elektrotechnikgruppe Burkhalter im Einsatz.
Bild: ZVG

Die Rede ist von der Aktie des führenden Schweizer Elektroinstallateurs Burkhalter Holding – ein Titel, der seit dem Börsengang am 19. Juni 2008 praktisch nur eine Richtung kennt, nämlich aufwärts. Kein anderes Schweizer IPO war in den letzten Jahren auch nur annähernd ähnlich erfolgreich.

Seit 2008 hat sich der Aktienkurs trotz Finanz- und Schuldenkrise mehr als verdreifacht. Alleine seit Januar haben die Papiere wieder über 15 Prozent an Wert gewonnen. Am Mittwoch setzt die Aktie zu einem Kurssprung an und wird zeitweise über 11 Prozent höher bei 390 Franken gehandelt - zugleich ein neues Allzeithoch. Bereits am Dienstag hatte der Titel ein leichtes Plus verzeichnet. 

Stetiges Wachstum

In diesem Kursverlauf spiegelt sich der langsam, aber stetig wachsende Geschäftsgang des Unternehmens. Seit dem Going Public ist der Umsatz von 420 auf 476 Millionen Franken gestiegen, was einem Marktanteil von rund 10 Prozent entspricht. Im gleichen Zeitraum nahm der Gewinn von 19,8 auf 21,7 Millionen Franken zu. Und das Wachstum steht weiterhin auf stabilen Füssen.

"Wir halten daran fest, den Gewinn pro Aktie im laufenden Geschäftsjahr weiter steigern zu können", sagt CEO Marco Syfrig auf eine schriftliche Anfrage von cash. Das Unternehmen veröffentlicht am 15. April die Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahrs. Erwartet wird auch eine Erhöhung der Dividende, die bereits heute schon bei 4,6 Prozent steht. An einer üppigen Gewinnausschüttung will Burkhalter nach Möglichkeit auch künftig festhalten.

Auch die mittelfristigen Aussichten sehen für Burkhalter rosig aus. Syfrig geht davon aus, dass das Wachstum anhalten wird, solange die Bautätigkeit rege und die Zinsen tief bleiben sowie die Zuwanderung aus dem Ausland anhält. Auch der grosse Preisdruck im zersplitterten Elektroinstallationsmarkt trifft Burkhalter nur teilweise. "Wir konzentrieren uns auf qualitativ gute Aufträge. Deshalb können wir unsere ehrgeizigen Ziele trotzdem verfolgen", so Syfrig zu cash.

Wachstum durch Akquisitionen

Wachstum generiert Burkhalter vor allem mit Akquisitionen. Kaufoptionen gibt es zuhauf angesichts der rund 3400 Elektroinstallateure, die landesweit um ein auf 4,6 Milliarden Franken geschätztes Marktvolumen kämpfen. Heute umfasst die Burkhalter-Gruppe 40 Unternehmen, nachdem zuletzt im Oktober ein Elektroinstallateur aus Bülach aufgekauft wurde.

An dieser Politik will das Unternehmen auch künftig festhalten. "Übernahmeprojekte sind immer ein Thema, weshalb wir laufend nach guten Firmen Ausschau halten und immer wieder in Verhandlungen stehen", sagt CEO Syfrig. Übernahmen würden aber nur sehr gezielt und zu angemessenen Preisen getätigt.

Trotz der Kursgewinne in den letzten Jahren ist das Unternehmen mit einem aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 15 nicht übermässig teuer bewertet. Die künftigen Wachstumsaussichten versprechen weiterhin schöne Renditen. Allerdings muss sich der Investor zwei Risiken bewusst sein: Eine Zinswende könnte die Bautätigkeit in der Schweiz abwürgen und die wenig liquiden Titel bergen die Gefahr von plötzlichen Kursschwankungen.