Die Schweizer Börse auf Erholungskurs

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag stark gestartet. Rückenwind kommt dabei aus Fernost.
19.01.2016 10:35
Freundliche Stimmung: Die Kurse an der Schweizer Börse steigen.
Freundliche Stimmung: Die Kurse an der Schweizer Börse steigen.
Bild: ZVG

Die chinesische Volkswirtschaft ist im vergangenen Jahr laut offiziellen Zahlen um 6,9% gewachsen und damit so gering wie seit 25 Jahren nicht mehr. Die grosse Enttäuschung sei allerdings ausgeblieben, hiess es. Die Zahlen seien gleichwohl aber eher schwach, was Spekulationen auf weitere Massnahmen der chinesischen Regierung zur Ankurbelung der Konjunktur anfache. Bereits die Aktienmärkte in Asien quittierten die News mit kräftigen Gewinnen.

Zudem stabilisierte sich der Ölpreis, der wegen Sorgen um eine Überversorgung zuletzt kräftig unter Druck geraten war. Die US-Märkte blieben zu Wochenbeginn wegen des Martin-Luther-King-Feiertags geschlossen, womit eine wichtige Orientierungshilfe wegfällt. Ob die China-Daten den Aktienmärkten nun zu einem Befreiungsschlag verhelfen und die Stimmung nachhaltig aufhellen können, bleibe abzuwarten. Nicht zuletzt gelte es die Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag abzuwarten.

SMI kräftig im Plus

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt gegen 09.30 Uhr 1,66% auf 8'233,62 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt um 1,83% auf 1'234,10 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 1,78% auf 8'498,05 Punkte. Von den SMI/SLI-Titeln notieren bis auf Syngenta alle im Plus.

Die stärksten Gewinne verzeichnen Galenica mit +4,2%. Die Titel der im Gesundheitssektor tätigen Gruppe hatten zuletzt enttäuscht. Allerdings muss man dies im Zusammenhang mit den Kursgewinnen des Vorjahres sehen: Mit einer Verdoppelung ihres Wertes waren Galenica 2015 die Überflieger.

Auch Julius Bär (+3,3%) legen kräftig zu. Hier dürfte eine Kaufempfehlung aus dem Hause Berenberg Schub geben. Dessen Aktienresearch hat die Abdeckung an einen neuen Analysten übertragen und dieser erhöhte im Rahmen einer Studie zu den Schweizer Privatbanken die Anlageempfehlung für den Vermögensverwalter auf "Buy". Die Bank würde die Konkurrenz fast in allen Messgrössen übertreffen, lautet das Fazit.

Auch die Grossbankenwerte UBS (+2,6%) und CS (+2,2%) ziehen überdurchschnittlich an, letztere hatten am Vortag allerdings deutlich nachgegeben. Impulse könnten die Quartalszahlen der US-Konkurrenten Morgan Stanley und Bank of America am frühen Nachmittag bereithalten.

Bei den Chemiewerten scheiden Clariant (+3,3%) am stärksten ab. Der Konzern hat einen Auftrag in China erhalten. Dieser beinhaltet die Erstellung einer Dehydrierungsanlage für Propan- und Butangas. Zum Auftragsvolumen wurden allerdings keine Angaben gemacht.

Daneben werden auch vermehrt Zykliker wie ABB (+3,2%), Kühne+Nagel (+2,4%), Transocean (+2,2%) und SGS (+2,1%) sowie die stark von chinesischer Kundschaft abhängigen Luxusgüterherstellerwerte Swatch (+3,0%) und Richemont (+1,9%) gekauft.

Syngenta (-0,5%) sind aktuell die einzigen Verlierer. Konkrete News liegen zum Titel zwar nicht vor. Zuletzt hatten einmal mehr Übernahmegerüchte für einen volatilen Kursverlauf gesorgt. Unterdurchschnittlich schneiden auch Geberit und Actelion (je +1,3%) ab.

Am breiten Markt schiessen Leclanché um knapp 15% in die Höhe. Der Westschweizer Batteriehersteller hat einen Auftrag aus Kanada für die Lieferung von Energiespeichern erhalten.

Evolva mit Kurssprung

Auch die Aktien des Biotech-Unternehmens Evolva (+14,5%) fallen auf. Das Unternehmen sieht sich mit dem kalorienfreien Stevia-Süssstoff "EverSweet" weiter im Plan. Am Vortag waren die Titel allerdings bei hohem Volumen um 18% eingebrochen.

Komax gewinnen 7,1% nach Zahlen zum vergangenen Geschäftsjahr. Die Herstellerin von Kabelverarbeitungsmaschinen hat mit Umsatz und Auftragseingang die Markterwartungen übertroffen. Die Aktien hatten bereits am Vortag um fast 5% angezogen.

Bei den wenigen Verlierern büssen Addex (-2,7%) und Valartis (-2,6%) prozentual am stärksten ein.

(AWP)