Die Schweizer Börse bewegt sich kaum

Die Schweizer Börse hat am Mittwoch nach einem freundlichen Start an Schwung verloren. Die Anschlusskäufe blieben aus, sagen Händler.
16.11.2016 10:50
Nicht viel los an der Schweizer Börse am Mittwochmorgen.
Nicht viel los an der Schweizer Börse am Mittwochmorgen.
Bild: cash

Die Anleger wollten wohl erst mehr darüber wissen, wie die neue US-Regierung die Wirtschaft ankurbeln wolle. "Vorschusslorbeeren wurden genügend verteilt", sagt ein Händler. Der SMI notiert um 10.45 Uhr bei 7909 Punkten unverändert gegenüber dem Vortag, als der Leitindex um 0,2 Prozent gestiegen war.

Neben den Plänen des designierten US-Präsidenten Donald Trump rückte auch die US-Geldpolitik wieder stärker ins Blickfeld der Marktteilnehmer. Die meisten Experten erwarteten eine Zinserhöhung der US-Notenbank Fed um 0,25 Prozentpunkte auf ihrer Sitzung im Dezember. Rückschlüsse über den Zeitpunkt einer Zinserhöhung erhofften sich die Anleger auch am Nachmittag, wenn Konjunkturzahlen veröffentlicht werden. Auf dem Programm stehen unter anderen die Produzenten- und Importpreise sowie die Produktivitätsstatistik.

Gewinner haben bei den Standardwerten bei insgesamt eher geringen Kursausschlägen leicht Oberhand. Die Aktien der Grossbank UBS rücken marginal vor, diejenigen der Credit Suisse  geben 0,3 Pronzent nach. Die Assekuranzwerte gewinnen ein gutes halbes Prozent.

Zykliker ohne Richtung

Die Anteile der zyklischen Werte zeigen keinen klaren Trend. Die Titel von Lafarge-Holcim sinken um 1 Prozent. Der Zementkonzern erhöht die Beteiligung an zwei indischen Firmen. Einen Preis gab der Konzern nicht bekannt. Durch den Zukauf steige die Nettoverschuldung von Lafarge-Holcim jedoch um 325 Millionen Franken. Damit werde der Konzern sein Ziel wohl verfehlen, bis Ende 2016 die Nettoverschuldung auf rund 13 Milliarden Franken zu senken.

Der Anteil des Personalvermittlers Adecco geben leicht nach. Die Papiere des Elektrotechnikkonzerns ABB und des Anlagenbauers Oerlikon sind etwas höher. Die Papiere des Pumpenspezialisten Sulzer gewinnen 2,1 Prozent.

Bei den als krisenresistent geltenden Schwergewichten sind der Lebensmitteltitel Nestlé und der Pharmawert Roche leichter. Novartis rückt vor. Das Medikament Entresto hat sich bei erstmaligen und wiederholten Herzproblemen als wirksamer erwiesen als das Mittel Enalapril. Diese Ergebnisse würden auf einem Branchentreffen in New Orleans vorgestellt, teilte Novartis mit.

Züblin nach Halbjahreszahlen gesucht

Am breiten Markt fallen die Aktien von Züblin auf, die um 7,7 Prozent anziehen. Die Immobilienfirma ist im ersten Halbjahr 2016/17 in die Gewinnzone zurückgekehrt. Unter dem Strich stand ein Plus von 8,7 Millionen Franken nach einem Verlust von 23,6 Millionen Franken im Vorjahreszeitraum.

Unter Druck stehen die Titel von Leonteq. Sie fallen um 7,7 Prozent. Die Derivatboutique will gemäss Angaben zum Investorentag ihr Kosten-Ertrags-Verhältnis bis 2020 auf unter 65 Prozent senken von zuletzt 69 Prozent. Für 2016 und danach strebt die Firma eine Mindestdividende von 1,75 Franken an. Leonteq will die Kosten bis Ende 2017 um zehn Millionen Franken senken und dafür 50 Stellen abbauen.

Die Schweizer Börse erhält Zuwachs. Das auf US-amerikanische Immobilien spezialisierte Unternehmen Varia will bei seinem Börsengang knapp 125 Millionen Franken einnehmen. Dies ist der fünfte Börsenzugang im laufenden Jahr. Den Emissionspreis setzte die Firma auf 35 Franken je Aktie fest.

(Reuters/cash)