Die Schweizer Börse dreht wieder ins Minus

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Mittwochmittag ins Minus gefallen. Nach einem verhalten positiven Start sind die Indizes im Verlauf des Vormittags stetig abgebröckelt.
23.11.2016 13:00
Heute Mittwoch wieder unter Verkaufsdruck: die Aktien der beiden Grossbanken vom Zürcher Paradeplatz.
Heute Mittwoch wieder unter Verkaufsdruck: die Aktien der beiden Grossbanken vom Zürcher Paradeplatz.
Bild: cash

Damit setzen sie mittlerweile wieder die Abwärtstendenz der vergangenen drei Handelstage fort. Hatten die US-Börsen am Vorabend noch neue Rekordstände markiert, so würden an den europäischen Börsenplätzen abbröckelnde Ölpreise sowie die anhaltende Unsicherheit über die Politik des künftigen US-Präsidenten Trump die Kauflaune der Aktionäre dämpfen, heisst es im Handel.

Die Rally in den USA sei zudem bereits weit vorangeschritten und eine Korrektur in Übersee würde die europäischen Börsen empfindlich treffen, warnt ein Marktbeobachter. Am Nachmittag dürften noch eine Reihe von Konjunkturdaten aus den USA für Impulse sorgen, darunter der Einkaufsmanagerindex sowie Daten zur Konsumentenstimmung und zu den Auftragseingängen. Nach Börsenschluss in Europa publiziert zudem die US-Notenbank Fed das Protokoll ihrer November-Zinssitzung. Am Schweizer Markt ist es derweil ruhig, Nachrichten gibt es vor allem von Unternehmen aus dem breiten Markt.

Der SMI notiert gegen Mittag 0,3% im Minus auf 7722 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,4% auf 1227 Zähler, und der breite SPI gibt 0,4% auf 8478 Zähler nach. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 16 im Minus, 13 im Plus und einer (Clariant) unverändert.

Grossbankaktein heute im Verkauf

Die klarsten Kursverluste entfallen mittlerweile auf die Grossbankentitel UBS und CS (je -1,6%), die im Einklang mit den Bankenwerten an den anderen europäischen Märkten nachgeben. Die CS wird am Dienstag in einem Artikel im "Wall Street Journal" wegen dem vorgesehenen Teilverkauf der gewinnträchtigen Schweizer CS-Einheit über einen Börsengang kritisiert. Moderater fallen die Abgaben bei Julius Bär (-0,5%) aus. Laut Händlern hat das Research von Citigroup seine Kaufempfehlung für die Titel des Vermögensverwalters bei höherem Kursziel bestätigt.

Bei den schwergewichtigen Pharmawerten zeigen Novartis (+0,1%) eine leichte Kurserholung, während Roche (-0,7%) weiter abgeben. Am Dienstag hatten beide Titel um gut 3% im Minus geschlossen, womit sie sich wieder ihren kurz vor der US-Präsidentschaftswahl erreichten Jahrestiefstwerten angenähert hatten. Actelion (+0,6) zeigen ebenfalls eine Erholung. Gestützt werden die Indizes zudem von festeren Kursen des Börsen-Schwergewichts Nestlé (+0,4%).

Uneinheitlich präsentieren sich auch die zyklischen Titel. So geben die am Vortag noch starken Lafarge-Holcim (-0,9%) sowie ABB (-0,4%) nach. Die Luxusgüterwerte Richemont (-1,1%) und Swatch (-0,6%) gehören ebenfalls zu den Verlierern. Bereits am Dienstag hatten die beiden Titel nach enttäuschenden Schweizer Uhrenexportdaten für den Oktober klare Verluste erlitten. Dagegen legen Titel wie Givaudan (+0,8%) und Schindler (je +0,8%) oder Kühne+Nagel (+1,3%) deutlich zu.

Swissquote stürzen nach Gewinnwarnung ab

Am breiten Markt fallen Swissquote (-8,4%) mit einem Kursrutsch auf. Der Online-Broker hat die Handelsunlust seiner Kunden zu spüren bekommen und muss nun seine Ertragsprognosen für das Geschäftsjahr 2016 deutlich herunterkorrigieren. Neuigkeiten gibt es bezüglich des Stoxx-Europe-600-Index: Im Rahmen der regelmässigen Überprüfungen werden ab dem 19. Dezember die Aktien der Cembra Money Bank (+0,7%) neu in den Index aufgenommen, dagegen fallen die GAM-Titel (-1,9%) heraus.

Positiv aufgenommen werden am Markt Nachrichten von einem Investorentag der Industriegruppe Comet (Aktien +2,6%). Die Freiburger Gruppe bestätigt ihre Guidance für das laufende Jahr und rechnet mit einem Ergebnis am oberen Ende der Prognose. Der Zahnimplantate-Hersteller Straumann (-0,1%) hat eine Partnerschaft mit Maxon Motor zur Produktion von Dentalimplantat-Komponenten in Deutschland bekanntgegeben.

Der seit Mitte November an der SIX kotierte Motorradhersteller KTM Industries (+0,4%) hat weitere Anteile einer bis 2018 laufenden Anleihe zurückgekauft, er will so die "Kapitalstruktur optimieren" und Zinskosten sparen.

(Reuters)