Die Schweizer Börse fällt und fällt

Die Schweizer Börse hat am Mittwoch den seit rund zwei Wochen dauernden Abwärtstrend fortgesetzt. Die Anleger seien nervös und wagten sich eine Woche vor den US-Präsidentenwahlen nicht aus der Deckung.
02.11.2016 17:40
In den letzten zwei Wochen abgestürzt: der Schweizer Börsenleitindex SMI.
In den letzten zwei Wochen abgestürzt: der Schweizer Börsenleitindex SMI.
Bild: Pixabay

Dazu komme eine gewisse Verunsicherung im Zusammenhang mit der am Abend anstehenden Veröffentlichung der geldpolitischen Beschlüsse der US-Notenbank Fed und des monatlichen Arbeitsmarktberichts der US-Regierung am Freitag sowie wegen des wieder fallenden Ölpreises.

Der SMI sinkt bis Börsenschluss um 0,8 Prozent auf 7700 Punkte und steht damit so tief wie seit Ende Juni nicht mehr. Das Angstbarometer Volatilitätsindex erreicht mit fast 20 Punkten den höchsten Stand seit fast vier Monaten.

Händler sagen, die Anleger fürchteten einen Sieg des Republikaners Donald Trump bei den US-Präsidentenwahlen. Trump gilt im Gegensatz zu seiner Kontrahentin Hillary Clinton wegen seiner Unberechenbarkeit als Börsenschreck. Clinton stehe im Gegensatz dazu für Kontinuität, heisst es am Markt.

Die US-Notebank wird nach Börsenschluss in Europa ihre geldpolitischen Beschlüsse veröffentlichen. Die Währungshüter dürften nach Ansicht von Experten den Leitzins nur knapp eine Woche vor der US-Präsidentschaftswahl nicht anheben. Die Investoren gehen von einem solchen Schritt bei der kommenden Sitzung im Dezember aus.

Bankaktien lassen europaweit Federn

Die Aktien der Banken standen europaweit unter Druck. Der Branchenindex fällt um 2,3 Prozent. Die Titel der Grossbank Credit Suisse sinken um 2,9 Prozent. Rivalin UBS sowie der Titel des Vermögensverwalters Julius Bär wurden um jeweils 2,2 Prozent tiefer gehandelt. Die Anteile von EFG International, Vontobel und GAM Holding büssen ebenfalls an Wert ein. Auch die Versicherungstitel geben nach. Swiss Re verlieren am Tag vor dem Quartalsbericht 2,1 Prozent.

Die Anteile des als krisenresistent geltenden Pharmariesen Roche und Novartis sowie des Lebensmittelkonzerns Nestlé geben ebenfalls bis zu einem halben Prozent nach.

Abgesehen von Nestlé waren andere Lebensmittelwerte gefragt: Hochdorf, Hügli und Lindt & Sprüngli legen zu.

Barry Callebaut geben leicht nach. Beim weltgrössten Kakao- und Schokoladen-Produzenten schmälerten die gestiegenen Kakaopreise zwar den Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr. Den Aktionären soll die Investition mit einer Dividendenerhöhung um 1 auf 15,50 Franken je Aktie versüsst werden. An seinen mittelfristigen Ertragszielen hält das Unternehmen fest.

Oerlikon fällt mit den Quartalszahlen bei den Anlegern durch

Dagegen sacken die Anteile von Oerlikon um 5,7 Prozent ab. Der Betriebsgewinn (Ebitda) des Anlagenbauers ist im dritten Quartal um 27 Prozent auf 81 Millionen Franken eingebrochen. Oerlikon bekräftigte seine Jahresprognose. "Auf allen Stufen leicht unter den Erwartungen", beurteilt ZKB-Analyst Armin Rechberger den Quartalsausweis.

Auch andere zyklische Werte gaben meist nach. Lafarge-Holcim sinken um 2,4 Prozent. Der Zementkonzern legt am Freitag seinen Quartalsbericht vor. Die Anteile des Luxusgüterherstellers Richemont, der ebenfalls am Wochenschluss über sein Geschäft berichtet, sinken um 1 Prozent. Die Swatch-Titel verlieren 1,8 Prozent.

Die Anteile des Elektrotechnikkonzerns ABB, des Chemikalienherstellers Clariant und der Sanitärtechnikfirma Geberit verbuchen Abschläge von 1 Prozent und mehr.

Gewinnmitnahmen belasten Aktien der Autozulieferer Georg Fischer und Autoneum oder der Baufirmen Implenia und Arbonia Forster, die 2016 sehr gut gelaufen sind.

(Reuters/cash)