Die Schweizer Börse hält sich im Plus

Die Schweizer Börse zeigt sich am Mittag weiterhin leicht im Plus, wobei sich die Indizes seit der Eröffnung in einer recht engen Bandbreite seitwärts bewegen.
14.07.2016 12:55
Der Aufwärtstrend an der Schweizer Börse hält am Donnerstag an.
Der Aufwärtstrend an der Schweizer Börse hält am Donnerstag an.
Bild: cash

Im Blick der Investoren bleibt Grossbritannien, wo die Notenbank am frühen Nachmittag ihren Zinsentscheid bekanntgeben wird. Eine Mehrheit der Beobachter erwartet eine Senkung der Leitzinsen. Freundlich aufgenommen wird derweil das neue britische Regierungsteam der neuen Premierministerin Theresa May. "Damit wird ein positiver Ausgang der Brexit-Verhandlungen mit der EU wahrscheinlicher", so ein Händler.

Die Investoren hätten zudem hinsichtlich der in den USA anlaufenden Quartalsberichtssaison wieder Mut gefasst, so ein weiterer Kommentator: "Sie hoffen auf einen Rebound der Unternehmensgewinne und Umsätze." Am Nachmittag stehen nun noch die Zahlen der US-Grossbank J.P. Morgan an, ausserdem werden Konjunkturdaten aus den USA erwartet. Auch hierzulande hat die Berichtssaison mit der Zahlenvorlage einiger Unternehmen aus dem breiten Markt etwas an Fahrt aufgenommen.

Der SMI liegt am Mittag um 0,4% im Plus bei 8176 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt um 0,6% auf 1209 Zähler zu und der breite SPI um 0,3% auf 8845 Punkte. Von den 30 Bluechips notieren 19 im Plus, 7 im Minus und 4 unverändert.

Bankaktien als Gewinner

Zu den klaren Gewinnern gehören die Grossbanken UBS und CS (je +1,7%), die ihre Erholung von den Jahrestiefs der Vorwoche weiter fortsetzen. Auch die Aktien des Vermögensverwalters Julius Bär (+1,6%) legen deutlich zu. Die eintreffenden Kauforders für Bankenwerte zeigten, dass einige Grossanleger nun offenbar davon ausgingen, dass die Bankenkrise Italiens schrittweise gelöst werde, heisst es in Börsenkreisen.

Deutlich fester zeigen sich zudem Zykliker wie Richemont (+2,0%), ABB (+1,5%) oder Adecco (+1,2%). Die UBS-Analysten bleiben für Adecco allerdings bei ihrem "Neutral"-Rating und mahnen, dass es noch wenig Klarheit über die Auswirkungen eines Brexit gebe.

Die Titel des Agrokonzerns Syngenta (+1,1%), für den ein Kaufangebot aus China vorliegt, legen ebenfalls zu. Bei den Agrounternehmen dreht sich derweil das Übernahmekarussell weiter. Der US-Konzern Monsanto, der von der deutschen Bayer umworben wird, hat offenbar Gespräche mit BASF über eine Kombination der Agrochemie-Sparten wieder aufgenommen. Marktbeobachter interpretieren die Überlegungen als "Giftpille" in den Übernahmeverhandlungen.

Bei den defensiven Schwergewichten notieren Nestlé (+0,2%) sowie Roche (+0,1%) leicht fester, während Novartis (-0,1%) leicht im Minus stehen. Die Analysten von Jefferies haben in einer Branchenstudie ihre Kaufempfehlungen für beide Pharmatitel bekräftigt, Novartis sei aber weiterhin der bevorzugte Wert in Europa.

Partners Group nach guten Zahlen gefragt

Am breiten Markt hat der Dentalimplantathersteller Straumann (Aktie -0,1%) mitgeteilt, seine Kaufoption für den südkoreanischen Implanthathersteller Megagen auszuüben. Allerdings muss zur Bestimmung des Kaufpreises noch ein Schiedsgericht in Seoul angerufen werden. Für Analysten kommt der Entscheid zur Ausübung nicht unerwartet, sie hoffen auf eine schnelle Einigung.

Der Private-Equity-Anbieter Partners Group (+1,3%) hat für das erste Halbjahr 2016 einen deutlichen Anstieg der Kundennachfrage und der verwalteten Vermögen vermeldet und passt seine Erwartungen für das Gesamtjahr nach oben an. Einen Umsatz- und Gewinnanstieg hat das Schraubenhandels- und Logistikunternehmen Bossard (Aktien unv.) vermeldet, wobei die Erwartungen der Analysten leicht höher lagen.

Einen veritablen Kurssturz erleiden die Santhera-Aktien (-38%). Das Liestaler Pharmaunternehmen hat einen Rückschlag bei einem Zulassungsantrag für sein Medikament Raxone in den USA vermeldet. Der Markt habe Raxone-Umsätze bereits im kommenden Jahr erwartet, nun könnte sich das Projekt bis 2020 hinauszögern, sagte ein Analyst. Das Biopharma-Unternehmen Addex (-3,7%) wird derweil von der SIX wegen fehlerhafter Abschlüsse gerügt.

(AWP)