Die Schweizer Börse kämpft um eine Richtung

Kursabschläge bei den Indexschwergewichten Roche und Novartis bremsen am Dienstagmorgen die Schweizer Börse.
25.10.2016 11:05
Belasten am Dienstagmorgen den SMI: Die Aktien der beiden Basler Pharmaunternehmen Novartis und Roche.
Belasten am Dienstagmorgen den SMI: Die Aktien der beiden Basler Pharmaunternehmen Novartis und Roche.
Bild: cash

Der Leitindex SMI notiert um 11 Uhr mit 7990 Punkten knapp unter dem Vortagsniveau. Dabei sorgten freundliche Vorgaben aus den USA und Fernost eigentlich für gute Stimmung. Bis auf die beiden Pharmawerte waren fast alle Standardwerte im Plus. Am Montag hatte der SMI 0,4 Prozent nachgegeben.

Im Mittelpunkt stehen Firmenbilanzen: Die Aktien von Novartis geben nach der Veröffentlichung des Zwischenberichts 1,5 Prozent nach. Der Konzern sieht sich nach dem dritten Quartal zwar auf Kurs zu seinen Zielen. Im Zeitraum Juli bis September lag der Umsatz mit 12,13 Milliarden Dollar jedoch leicht unter dem Vorjahresniveau, operativ stand ein Minus von 3 Prozent auf 3,38 Milliarden Dollar zu Buche. Mit dem Verkauf der milliardenschweren Roche-Beteiligung will Novartis-Chef Joseph Jimenez zuwarten, bis der Erlös reinvestiert werden kann. Die Roche-Anteile geben 0,4 Prozent nach.

Darüber hinaus erholen sich die Nestlé-Aktien von ihrem Abstieg leicht und legen 0,1 Prozent zu. Der Lebensmittelkonzern hatte vergangene Woche seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr gesenkt.

Syngenta-Aktie auf Erholungskurs

Spitzenreiter im Leitindex sind mit einem Plus von 1,9 Prozent die Anteile des Agrarchemiekonzerns Syngenta, obwohl sich die Übernahme durch den chinesischen Staatskonzern Chemchina verzögert. Statt bis Jahresende rechnet Syngenta nun damit, dass sich der Zulassungsprozess bis ins erste Quartal 2017 erstreckt . Doch Investoren hatten in den letzten Tagen bereits um die Zustimmung der EU-Wettbewerbshüter zu dem milliardenschweren Deal gezittert und sich in Scharen von den Syngenta-Aktien getrennt. Nun dürfte wohl die Erleichterung überwiegen, dass die Übernahmepläne trotz der Verzögerung auf Kurs sind.

Die Bankenaktien entwickeln sich uneinheitlich: Währen UBS 0,4 Prozent an Wert gewinnen, geben Credit Suisse 0,3 Prozent nach. Julius Bär notieren um 0,7 Prozent höher. Der Vermögensverwalter zählt Insidern zufolge zu den Interessenten für das zum Verkauf stehende Asien-Geschäft der niederländischen Bank ABN Amro. Neben Bär habe auch die DBS Group aus Singapur ein Auge auf die Aktivitäten mit verwalteten Vermögen von rund 20 Milliarden Dollar geworfen, sagten mehrere mit der Lage vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Der Preiszettel für das Geschäft dürfte sich Schätzungen von Investmentbankern zufolge auf 300 Millionen bis 350 Millionen Dollar belaufen.

Schindler nach Gewinnsteigerung gefragt

Am breiten Markt sind mit einem Plus von 4 Prozent die Namenaktien von Schindler gefragt. Der Aufzug- und Rolltreppenhersteller hat nach einer Gewinnsteigerung seine Umsatzprognose bekräftigt. Die Analysten der Zürcher Kantonalbank sprechen von einer soliden Bilanz.

Die Aktien des Chip- und Sensorenherstellers AMS sacken nach einem enttäuschenden Ausblick und der Ankündigung einer Grossübernahme 15,7 Prozent ab. Die österreichische Firma kauft für bis zu 855 Millionen Dollar den auf Mikrooptik und optische Sensorik spezialisierten Technologiekonzern Heptagon. Die durch die Übernahme angestrebte Profitabilitätssteigerung dürfte sich erst 2018 richtig materialisieren, erklären die ZKB-Analysten. Zudem lägen die Prognosen für Umsatz und Betriebsgewinn für das vierte Quartal unter den Erwartungen.

(Reuters/cash)