Die Schweizer Börse kommt nicht vom Fleck

Der Schweizer Aktienmarkt ist kaum verändert in den Freitagshandel gestartet. Der Leitindex SMI kann an die am Vortag erzielte leichte Erholung nicht anknüpfen und liegt knapp über dem Vortagesschluss.
08.07.2016 10:12
Die Aktien von Adecco sind am Freitag gesucht.
Die Aktien von Adecco sind am Freitag gesucht.
Bild: Bloomberg

Von den US-Märkten kamen neutrale bis leicht negative Vorgaben. Die erneut sinkenden Rohölpreise belasteten die dortige Anlegerstimmung und auch die asiatischen Börsen verbuchten Rückgänge. Die Öl-Lagerbestände verbuchten am Donnerstag einen geringeren Rückgang als erwartet und schickten die Preise für Rohöl auf Talfahrt.

Neben dem Brexit weisen die Marktteilnehmer vor allem nach Italien als Quelle für weitere Unsicherheiten. Der dortige Bankensektor leide unter einem hohen Berg an notleidenden Krediten. Am Nachmittag wird der US-Arbeitsmarktbericht im Fokus stehen. Die Lage hier könnte entscheidend sein, wenn es um das Tempo weiterer Zinsanhebungen durch die Fed geht. In den USA hatte am Donnerstag der ADP-Arbeitsmarktbericht steigende Beschäftigtenzahlen ausgewiesen, was kurzfristig für etwas Unterstützung sorgte.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 9.30 Uhr um 0,07% höher bei 7'969,47 Zählern. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt 0,02% auf 1'162,91 Zähler ab und der breite Swiss Performance Index (SPI) legt um 0,09% auf 8'598,93 Punkte zu. Von den 30 Blue Chips liegen 15 im Plus, 14 im Minus und Kühne+Nagel unverändert.

Finanzwerte uneinheitlich

Die Finanzwerte notieren uneinheitlich. Während bei den Grossbanken UBS 0,7% abgeben, legen CS um 0,5% zu. Julius Bär (+0,1%) zeigen sich kaum verändert. Die Privatbank baut ihr Schweizer Geschäft aus und übernimmt ein zehnköpfiges Team von Valiant am Standort Bern. Andere Standorte werden unter neue Leitung gestellt.

Grössere Abgaben weisen Galenica (-0,6%, 1'318 CHF) nach einer Kurszielsenkung durch Jefferies auf. Der Analyst senkt seine EPS-Schätzung und nimmt das Ziel um 30 auf 885 CHF zurück. Die Bewertung lautet weiter "Underperform". Auch die Uhrenwerte Swatch (-0,6%) und Richemont (-0,5%) finden sich erneut unter den Verlierern. Für Erstere hat Morgan Stanley das Kursziel gesenkt, für Letztere auch das Rating.

Actelion (-0,2%, 166,90 CHF) verlieren mässig. Für das Biopharma-Unternehmen haben sowohl Exane BNP (auf 169 von 167 CHF, Outperform) als auch Berenberg (auf 150 von 143 CHF - Hold) ihre Kursziele im Vorfeld der Halbjahreszahlen angehoben. Die Analysten der UBS haben die Kursziele von Syngenta (-0,1%) und Lonza (-0,3%) gesenkt.

Die Gewinnerliste wird im Vorfeld der US-Arbeitsmarktdaten von den zuletzt schwachen Adecco (+0,4%) angeführt. Wie erwartete Konjunkturzahlen aus Frankreich könnten hier ebenfalls stützen. Die zuletzt nach dem Brexit gleichfalls hochvolatilen Dufry (+0,4%, 112,10 CHF) liegen im Plus. Die CS hat ihre Schätzungen gesenkt und das Kursziel auf 125 von 140 CHF zurückgenommen. Die Bewertung lautet weiter "Neutral". Eine Lizenzmeldung aus Mexiko wirkt leicht positiv. Das Unternehmen hat den Vertrag für das Duty-Free-Geschäft am Flughafen Cancun um 10 Jahre verlängert.

Pharmawerte treten an Ort

Die defensiven Pharmawerte Novartis (+0,1%) und Roche (-0,1%) zeigen sich wenig bewegt. Die Roche-Tochter Genentech hat in den USA eine Ausweitung der Zulassung für Xolair erhalten. Das Mittel kann nun auch zur Behandlung von Asthma bei Kindern zwischen sechs und 11 Jahren verwendet werden. Auch der cobas HPV-Test hat die Zulassung in den USA erhalten.

Im breiten Markt hat Sulzer (+0,6%) einen Pumpen-Grossauftrag vom französischen Stromkonzern EDF gemeldet. Das Unternehmen liefert 28 Einheiten an den Atomkraftwerkbetreiber. SFS (+0,5%) kauft mit Ncase in Grossbritannien ein Unternehmen für Fassadenbefestigungen und stärkt die Division Construction. Kudelski (+0,5%) übernimmt den niederländischen Spezialisten für digitale Wasserzeichen NexGuard Labs.

Conzzeta (-0,2%) hat für die Outdoor-Marke Mammut einen neuen CEO gefunden. Oliver Pabst übernimmt im September von Rolf Schmid, der seinen Abgang bereits im Mai angekündigt hatte. Pabst kommt vom deutschen Sportmodekonzern Willy Bogner.

(AWP)