Die Schweizer Börse rutscht ins Minus ab

Der Schweizer Aktienmarkt kann am Freitagmittag das in den Vortagen erreichte höhere Niveau nicht halten, steuert auf Wochensicht aber weiter auf ein ordentliche Plus zu.
11.11.2016 13:05
Nach ein paar guten Tagen folgt heute die Korrektur: die Lafarge-Holcim-Aktie muss am Freitag Federn lassen.
Nach ein paar guten Tagen folgt heute die Korrektur: die Lafarge-Holcim-Aktie muss am Freitag Federn lassen.

Der Leitindex SMI eröffnete zwar noch positiv, Abgaben bei den zuletzt starken Pharmaschwergewichten zogen dann die Indizes jedoch nach unten. In den vergangenen beiden Tagen hatten insbesondere Pharmatitel, Bankenwerte und Zykliker mit starkem US-Geschäft profitiert.

Auch am dritten Handelstag nach der Präsidentschaftswahl in den USA geht die Repositionierung der Anleger weiter. Bei den Investoren und Analysten werden weiter fleissig Szenarien formuliert, wie sich der noch mit vielen Fragezeichen behaftete wirtschaftspolitische Kurs von Donald Trump auswirken könnte. Konjunkturdaten, wie etwa eine steigende Inflation in Deutschland, finden nur wenig Beachtung. Am Nachmittag steht in den USA noch die Veröffentlichung des Index der Uni Michigan zum Konsumentenvertrauen an. Hierzulande gab es einige Unternehmensmeldungen aus der zweiten Reihe und die österreichische KTM kündigte an, seine Hauptkotierung schon am Montag an die Schweizer Börse zu verlegen.

Der SMI notiert gegen Mittag um 0,6% tiefer bei 7881 Punkten. Das Wochenplus beträgt damit aber immer noch 3,8%. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,5% auf 1235 Zähler und der breite SPI sinkt um 0,6% auf 8607 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 20 im Minus und nur 10 im Plus.

Lafarge-Holcim fallen nach starker Wochenperformance zurück

Schwächste Werte im SMI/SLI sind aktuell Lafarge-Holcim (-3,1%). Die Titel hatten nach den Zahlen vor einer Woche eine starke Performanz gezeigt und waren nach der Trump-Wahl nochmals angestiegen. Die Abgaben machen nun den jüngsten Auswärtseffekt wieder zunichte. Für den Zementkonzern hat Vontobel, auch unter Verweis auf die Infrastrukturpläne von Trump, das Kursziel bei einer bestätigten "Buy"-Einstufung angehoben.

Abgaben verbuchen Actelion (-1,4%), Sika (-1,3%) und Lonza (-1,2%). Bei Syngenta (-0,7%) könnten sich durch den Machtwechsel in den USA Steine bei der geplanten Übernahme durch Chem China in den Weg legen, heisst es. Die Aussichten auf protektionistische Massnahmen Trums gegen China und andere Niedriglohnstaaten belasten den Logistiker Kühne+Nagel (-1,0%) und auch Dufry (-1,6%) zeigt sich erneut schwächer.

Die Schwergewichte Novartis (-1,4%) und Roche (-1,2%) halten den SMI spürbar zurück. Bereits am Donnerstag hatten die Pharmawerte nach dem starken Anstieg vom Mittwoch an Fahrt verloren. Nestlé (+0,2%) zeigt sich nach der verhaltenen Entwicklung der Vortage freundlich.

Bankaktien weiter gefragt

Die Gewinnerliste wird von CS (+2,1%) angeführt. UBS und Julius Bär (je +0,6%) folgen mit einigem Abstand. Die politischen Beobachter rechnen in der US-Finanzbranche mit einem geringeren Regulierungsdruck und auch etwaige Strafen bei den hängigen Rechtsverfahren könnten geringer ausfallen, so die Spekulationen von Marktbeobachtern.

Ebenfalls am oberen Ende der Kursliste rangieren Swatch (+0,6%), Galenica (+0,9%), SGS (+0,4%) oder Swisscom (+0,3%).

Im breiten Markt konnten Meyer Burger (-2,2%) frühe Aufschläge nicht halten. Das Unternehmen hat weitere Details zum geplanten Refinanzierungsprogramm bekanntgegeben.

Die Immobilienunternehmen SPS (-0,4%) und PSP (-0,5%) haben Zahlen vorgelegt. SPS hat den Ertrag nach neun Monaten gesteigert und bestätigt die Ziele. PSP hat den Liegenschaftsertrag gegenüber dem Vorjahr gehalten und Fortschritte bei der Profitabilität gemacht. Trotz solider Zahlen stehen die defensiven Titel derzeit nicht auf den Kauflisten der Anleger.

Zehnder stürzen nach Prognosekorrektur ab

Zehnder (-11%) erleiden massive Verluste, nach einer Senkung der Umsatz- und EBITDA-Guidance. Das schwache Pfund und eine geringere Nachfrage in Frankreich werden als Grund genannt. Demgegenüber hat Bobst (+1,6%) seine Prognose leicht angehoben. Man passe die Guidance angesichts der "ziemlich starken" Geschäftstätigkeit an, heisst es.

Der österreichische Fahrzeugkonzern KTM Industries will sich am Montag an der SIX listen lassen. Der Hauptaktionär Pierer Industrie, der rund 75% am Unternehmen hält, will einen "begrenzten" Teil seiner Aktien institutionellen Anlegern anbieten. Zugleich meldete KTM Wachstum in den ersten neun Monaten des Jahres. An der Wiener Börse legen die Titel um 3,9% auf 4,52 Euro zu.

(AWP)