Die Schweizer Börse schwächt sich ab

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Mittwochmittag vor dem Treffen der US-Notenbank Fed vom Abend leicht schwächer.
16.03.2016 12:51
Im Regen: Zentralen der UBS (links) und Credit Suisse am Paradeplatz in Zürich.
Im Regen: Zentralen der UBS (links) und Credit Suisse am Paradeplatz in Zürich.

Zwar werde nicht mit einer Leitzinserhöhung gerechnet, im Vorfeld einer solchen Notenbanksitzung gebe es aber stets eine gewisse Nervosität, sagte ein Händler in Zürich. Insgesamt sei das Handelsgeschehen aber bei eher gedrückten Volumen relativ ruhig.

Das Fed müsse eine "heikle Gratwanderung" wagen, so ein Marktbeobachter: Es müsse einerseits die Märkte auf eine Zinserhöhung möglicherweise schon im Juni vorbereiten und andererseits einen Dollar-Höhenflug des US-Dollar vermeiden, der die Erholung der US-Industrie abwürgen könnte. Am Mittwochnachmittag stehen zudem vorerst noch weitere US-Konjunkturdaten an, die ebenfalls auf ihren Einfluss auf die Fed-Entscheidung untersucht werden dürften. Am Schweizer Markt lasten derweil die schwachen Grossbankenwerte auf den Indizes.

SMI leicht im Minus

Der Swiss Market Index (SMI) liegt gegen 12.00 Uhr um 0,29% im Minus auf 7'931,03 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, fällt um 0,62% auf 1'216,18 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) gibt 0,22% auf 8'401,66 Zähler nach. Von den 30 SMI/SLI-Titeln notieren 17 im Plus, 9 im Minus und deren 4 unverändert.
Sehr schwach notieren die Grossbankenwerte, wobei vor allem CS (-5,5%) durch starke Abgaben auffallen.

Der CS-Finanzchef hatte eine geplante Teilnahme an einer Investorenkonferenz von Morgan Stanley kurzfristig abgesagt: Gerade im Hinblick auf die absehbar gedrückten Quartalsergebnisse diverser Investment Banken werde dies als negatives Signal ausgelegt, hiess es am Markt.

Aber auch UBS (-4,1%) geben in der Folge einer Präsentation an der Investorenkonferenz in London klar nach. CEO Sergio Ermotti verwies dort unter anderem auf das schwache Marktumfeld für das Vermögensverwaltungsgeschäft. Sollte der Ölpreis noch längere Zeit auf sehr tiefem Niveau verharren, könnte die Bank zudem Kreditverluste erleiden, sagte er des weiteren.

Aryzta mit Kurssturz

Aryzta (-10,9%) setzen zudem ihre seit Anfang der Woche anhaltende Talfahrt am Morgen ungebremst fort. Das Backwarenunternehmen gab am Morgen bekannt, dass CEO Owen Kilian in den letzten beiden Tagen ein beachtliches Aktienpaket veräussert habe - der CEO selbst äusserte schriftlich sein Bedauern darüber. Im derzeitigen Marktumfeld werde solch ein wenig nachvollziehbarer Schritt "gnadenlos abgestraft", kommentierte ein Händler. In den vergangenen beiden Tagen hatten die Titel bereits 16% nach unten korrigiert.

Ebenfalls tiefer stehen SGS (-1,7% respektive -34 CHF), die allerdings durch den Abgang der Dividende von 68 CHF belastet werden. Abgaben erleiden aber auch weitere zyklische Titel wie Adecco (-1,3%) oder die Luxusgüterwerte Richemont (-0,8%) und Swatch (-1,1%). Auch LafargeHolcim (-0,8%) notieren im Vorfeld der Ergebnispublikation vom Donnerstag schwächer.

Galenica (+0,3%) erholen sich leicht, nachdem die Titel am Vortag noch um 14% nach durchzogenen Ertragszahlen abgesackt waren. Die Galenica-Titel hatten im Jahr 2015 einen Höhenflug erlebt und ihren Wert beinahe verdoppelt.

Deutliche Kursgewinne erzielen die stark volatilen Transocean (+4,2%), die Unterstützung von einem anziehenden Ölpreis erhalten. ABB (+1,5%) profitieren von einer Heraufstufung durch das Brokerhaus Liberum auf "Buy" von bisher "Sell". Der zuständige Analyst glaubt, dass die Märkte das starke Wachstum bei Robotern und die Erholung in der Solarenergie übersehen. Von den SMI-Schwergewichten liegen Nestlé 0,7% im Plus.

Von Roll sackt ab

Am breiten Markt notieren die Titel des Reisedetailhändlers Dufry (+1,3%) fester. Das Unternehmen hat den Umsatz dank Übernahmen um fast 50% erhöht, der Reinverlust war von den Analysten insgesamt allerdings etwas tiefer erwartet worden. Deutlich abwärts geht es mit den Von Roll-Titeln (-16,5%) nach einem erneuten Jahresverlust.

Das Immobilienunternehmen BFW Liegenschaften (-0,1%) hat den Gewinn im vergangenen Jahr gesteigert und will den Aktionären nun eine höhere Dividende ausschütten. Der Baukonzern Implenia (+0,6%) hat am Vorabend einen 100-Millionen-Auftrag der SBB für den Bau des "Andreasturms" in Zürich Oerlikon vermeldet. Für Tecan (+6,2%) treffen nach den am Vortag präsentierten soliden Jahreszahlen diverse positive Analystenkommentare ein.

(AWP)