Die Schweizer Börse ziehts tief nach unten

Die Schweizer Börse hat am Dienstag nachgegeben. Aktien von Banken und zyklischen Unternehmen drückten auf die Kurse.
02.08.2016 17:35
In der Spirale nach unten: Die Kurse an der Schweizer Börse am Dienstag.
In der Spirale nach unten: Die Kurse an der Schweizer Börse am Dienstag.
Bild: Pixabay

Europaweit standen vor allem Banktitel stark unter Druck und setzten den Abwärtstrend vom Vortag fort. Die Ergebnisse des Stresstests deuteten auf anhaltende Probleme im europäischen Bankensektor hin, schreibt die Credit Suisse in ihrem täglichen Kommentar. Zusätzlich weckten der tiefere Ölpreis und der schwache Dollar Konjunktursorgen, heisst es am Markt.

Der SMI büsst bis Börsenschluss 1,4 Prozent auf 8011 Punkte ein. Am Montag ruhte der Handel wegen des Schweizer Nationalfeiertags.

Europaweit erlitten die Banken einen Schwächeanfall. Der Sektorindex büsst 3,7 Prozent ein. Zusätzlich zum Stresstest drückten die Krise im italienischen Banksektor sowie die Gewinnwarnung der deutschen Commerzbank auf die Stimmung.

Grossbankaktien kommen unter die Räder

Massive Abschläge verzeichneten die Anteile der Grossbank Credit Suisse mit minus 6,2 Prozent gefolgt von den Aktien der Rivalin UBS mit minus 6 Prozent. Händler sagen, sie holten damit die negative Reaktion der Bankaktien vom Montag nach. Die europäischen Banken hatten mit Einbussen auf die am Freitagabend veröffentlichten Ergebnisse des Stresstests der EZB reagiert.

"Der Stresstest betrifft unsere Banken zwar nur am Rande. Aber die Marktteilnehmer machen sich dennoch ihre Gedanken über den Zustand des Finanzsystems", sagt ein Händler. Andere verwiesen darauf, dass den beiden Grossbanken wegen noch ungelöster Rechtsfälle ungeahnte Kosten entstehen dürften. Die CS-Titel fallen zudem per 8. August zusammen mit denen der Deutschen Bank aus dem Stoxx Europe 50. "Bankaktien sind definitiv nicht der Sektor, in dem man 2016 investiert sein muss", sagt ein Börsianer.

Die Aktien des Vermögensverwalters Julius Bär sinken um 1,1 Prozent. Vontobel legen 1,5 Prozent zu. Die Aktien der Glarner Kantonalbank steigen um 0,3 Prozent. Die Kantonalbank hat im ersten Halbjahr den Geschäftserfolg um ein Fünftel auf 10,4 Millionen Franken gesteigert.

Versicherer halten sich besser

Besser als die Banken hielten sich die Aktien der Versicherer. Die Aktien von Bâloise fallen um 0,4 Prozent. Bâloise hat den im April 2015 begonnenen Aktienrückkauf beendet und dabei 113,8 Millionen Franken an die Aktionäre zurückgezahlt. Swiss Re legen 0,1 Prozent zu. Der Rückversicherer hat am Freitag den Zwischenbericht vorgelegt.

Bei den Bluechips können sich ausserdem die Aktien des Aromen- und Riechstoffherstellers Givaudan und des Agrarchemiekonzerns Syngenta knapp halten. Auch Aktien anderer Firmen, die als krisenresistent taxiert werden - wie die Pharmafirmen Novartis und Roche oder der Nahrungsmittelriese Nestlé - zeigen sich besser als der Markt.

Zykliker verlieren auf breiter Front

Die Aktien zyklischer Firmen büssten auf breiter Front Terrain ein. Die Anteile von Lafarge-Holcim sacken um 4,4 Prozent ab. Der Zementkonzern hat eine Beteiligung von 55,93 Prozent an Sichuan Shuangma Cement für 507 Millionen Franken an Tianjin Circle verkauft.

Die Papiere des Luxusgüterherstellers Richemont geben um 4,3 Prozent nach. Der Uhrenhersteller Swatch wird um 2,4 Prozent geringer bewertet. Credit Suisse hat die beiden Titel auf "Underperform" herabgestuft und das Kursziel gesenkt. Swatch markieren den tiefsten Stand seit November 2009.

Oerlikon trotzen dem negativen Trend mit einem leichten Minus. Bei dem Anlagenbauer brach der Betriebsgewinn aus den fortgeführten Aktivitäten im zweiten Quartal um 55,6 Prozent auf 36 Millionen Franken ein. Umsatz und Bestellungen sanken um 16,3 beziehungsweise sieben Prozent. Oerlikon bekräftigte die Jahresprognose.

Kudelski nach Beendigung eines Rechtsstreits gesucht

Am breiten Markt legen Kudelski 1,5 Prozent zu. Der Verschlüsselungsspezialist und Apple haben einen Rechtsstreit beigelegt. Kudelski und der US-Technologiekonzern verständigten sich auf ein Lizenzabkommen. Details und finanzielle Einzelheiten wurden nicht genannt.

Goldbach Group gewinnen 0,5 Prozent. Die Mediengruppe veräussert den Geschäftsbereich Digital Presences an Computer Rock. Weitere Details wurden nicht mitgeteilt.

(Reuters/cash)