Die UBS-Aktie fährt Achterbahn

Die UBS schliesst das Geschäftsjahr 2012 mit einem Verlust von 2,5 Milliarden Franken ab. Die Investoren können die Ergebnisse nicht richtig einordnen.
05.02.2013 10:18
Von Daniel Hügli

Der Reinverlust der UBS für das vierte Quartal 2012 beläuft sich dabei auf 1,9 Milliarden Franken. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Negativsaldo von rund 2 bis 2,2 Milliarden Franken für das Schlussquartal gerechnet. Die UBS selber hatte für das Schlussquartal 2012 einen Verlust zwischen zwei und 2,5 Milliarden Franken in Aussicht gestellt.

Das ergibt unter dem Strich einen UBS-Jahresverlust von 2,5 Milliarden Franken für 2012. Analysten hatten mit einem Jahresfehlbetrag von rund drei Milliarden Franken gerechnet. Es ist der erste Jahresverlust der UBS seit dem Jahr 2009. 2011 erzielte die Bank noch einen Gewinn von 4,2 Milliarden Franken.

Aktie im Minus, im Plus...

Die Anleger können die Resultate der UBS nicht richtig einordnen. Kurz nach Börseneröffnung fiel die Aktie bis zu 3,5 Prozent ins Minus, drehte dann mit über 2 Prozent ins Plus und fiel anschliessend wieder leicht ins Minus. Zuletzt notierte die Aktie wieder leicht im Plus.

"Zuerst gab es Gewinnmitnahmen und Enttäuschung über die Entwicklung der verwalteten Vermögen und das Nettoneugeld", kommentierte ein anderer Händler den volatilen Kursverlauf gegenüber Reuters. Dann hätten die Anleger die tieferen Kursen zum Einstieg genutzt. Zudem seien die Analystenkommentare mehrheitlich positiv. Einige Analysten hätten dabei ihre Kaufempfehlung bestätigt.

In die roten Zahlen getrieben haben die UBS die vor Weihnachten aufgebrummt erhaltene Busse von rund 1,4 Milliarden Franken wegen der Verwicklung in den Libor-Skandal sowie Restrukturierungskosten und Verluste aus der Neubewertung eigener Verbindlichkeiten. Die UBS will den Fokus mehr auf das Wealth Management und weg vom Investment Banking legen.

Die Dividende soll für 2012 von 10 Rappen pro Aktie auf 15 Rappen pro Aktie erhöht werden. Die UBS sieht dies "als Zeichen ihrer Stärke und anhaltenden Zuversicht".

"Die UBS kommt mit ihrer beschleunigten Strategieumsetzung plangemäss voran und erhöht damit ihre Stabilität sowie die Qualität und Nachhaltigkeit ihrer Performance", so die Grossbank in einer Mitteilung.

Anleihenrückkauf in Milliardenhöhe

Die UBS will zudem mit einem Anleihenrückkauf in Milliardenhöhe die Kreditkosten senken. Seit letztem Herbst hat die Bank die Bilanz verkürzt und damit die Finanzierungsbedürfnisse reduziert. Nun wolle die Bank in den kommenden Wochen auf Euro, italienische Lire und Dollar lautende Anleihen im Gesamtwert von rund fünf Milliarden Franken zurückkaufen, teilt die UBS weiter mit. Diese Maßnahmen könnten zu einer Verengung der Kreditspannen führen. In der Folge könnten im ersten Quartal signifikante Wertberichtigungen für eigene Verbindlichkeiten notwendig werden.

Die Basel-III-Kernkapitalquote auf Basis der vollständigen Umsetzung stieg zum Jahresende auf 9,8 Prozent von 9,3 Prozent am Ende des dritten Quartals.

Die Neugelder in der Vermögensverwaltung nahmen 2012 um 11,3 Milliarden Franken auf 46,9 Milliarden Franken zu. Insgesamt stiegen die verwalteten Vermögen 2012 von 2088 auf 2230 Milliarden Franken an.

Für das Gesamtjahr hat die UBS einen bereinigten Vorsteuergewinn von 3,0 Milliarden Franken vorgelegt. Im vierten Quartal kam der Bereich Wealth Management auf einen Vorsteuergewinn von 398 Millionen Franken nach 582 Millionen Franken im Vorquartal. "Der Vorsteuergewinn im Wealth Management blieb deutlich unter den Erwartungen", schreibt die Zürcher Kantonalbank in einem Kommentar.

Bei Wealth Management Americas lag der Vorsteuergewinn bei 216 Millionen Dollar nach 232 Millionen Dollar im dritten Quartal. Die Neugeldzuflüsse im Wealth Management beliefen sich auf 2,4 Milliarden. Franken im Vergleich zu 7,7 Milliarden Franken im Vorquartal. Bei Wealth Management Americas lagen die Nettoneugeldzuflüsse bei 8,8 Milliarden Dollar.

Investmentbank im Minus

Die Investmentbank kam im vierten Quartal auf einen Vorsteuerverlust von 557 Millionen Franken nach 2,86 Milliarden Franken im dritten Quartal. Global Asset Management steigerte den Vorsteuergewinn auf 149Millionen Franken gegenüber 126 Millioenn Franken im dritten Quartal. Im Bereich Retail & Corporate sank der Vorsteuergewinn auf 362 Millionen Franken nach 395 Millionen Franken im Vorquartal.

Die Zahl der Vollzeitstellen sank 2012 von 64'820 auf 62'628.