Die UBS empfiehlt die CS-Aktie nur noch halbherzig zum Kauf

Schon seit Wochen empfiehlt die UBS die Aktie der Credit Suisse zum Kauf - mit eher bescheidenem Erfolg. Jetzt streicht der Analyst seine Schätzungen und das Kursziel massiv zusammen.
29.06.2016 08:15
Von Lorenz Burkhalter
Die Kaufempfehlung für die Aktie der Credit Suisse brachte der UBS bisher nicht den gewünschten Erfolg.
Die Kaufempfehlung für die Aktie der Credit Suisse brachte der UBS bisher nicht den gewünschten Erfolg.
Bild: cash

Schon seit Wochen kennt die Aktie der Credit Suisse (CS) nur eine Richtung: Die nach unten. Gestern Dienstag fand sie bei exakt 10 Franken Boden, was prompt für Spekulationen rund um angebliche Stützungskäufe wachwerden liess.

In Anbetracht der kursseitigen Talfahrt dürften nicht nur dem neuen Konzernchef Tidjane Thiam die Schweissperlen auf die Stirn treiben. Auch der bei der Erzrivalin UBS arbeitende Bankenanalyst muss sich unangenehme Fragen gefallen lassen, empfiehlt er die CS-Aktie doch schon seit dem 19. Mai zum Kauf.

Daran hält er auch nach den jüngsten Verwerfungen an den Finanzmärkten unbeirrt fest. Allerdings streicht der Analyst seine Gewinnschätzungen für die Schweizer Grossbank um bis zu 53 Prozent zusammen. Neu wird das 12-Monats-Kursziel mit 13 Franken angegeben.

Eine eher halbherzige Empfehlung

Zum Zeitpunkt der Heraufstufung der CS-Aktie von "Neutral" auf "Kaufen" lautete das Kursziel noch 18 Franken. Der Kurs lag damals bei 13,32 Franken und damit um 30 Prozent über dem Stand von heute.


Die CS-Aktie seit Anfang Jahr, Quelle: www.cash.ch

In seinem jüngsten Kommentar räumt der Autor ein, dass die CS gleich in mehrfacher Hinsicht vom Austritt Grossbritanniens aus der Europäischen Union (EU) betroffen sei. Das Unternehmen sei an verschiedenen Fronten gefordert, so schreibt er weiter. Er rechnet neuerdings mit einem abermals rückläufigen Ergebnisbeitrag aus dem Investment Banking sowie mit Folgen der anhaltend tiefen Zinsen. Gefahren sieht der Bankenanalyst zudem von geringeren Kundenaktivitäten und sinkenden verwalteten Vermögen ausgehen.

Nur noch wenige Analysten sind optimistisch

Trotz allen diesen Negativfaktoren hält man bei der UBS, mit Verweis auf die sehr günstige Bewertung, unverändert an der Kaufempfehlung fest. In Erwartung einer saisonal bedingt schwächeren zweiten Jahreshälfte rechnet der Experte nicht mit einer raschen Höherbewertung der CS-Aktie. Überzeugung sieht anders aus.

Noch vor wenigen Monaten waren sich die Analysten einig: Die Aktie der CS ist ein Kauf. Nach mehreren Ergebnisenttäuschungen in Folge und aufgrund des verhalteneren Branchenumfelds bekamen viele von ihnen jedoch kalte Füsse. Erhebungen der Nachrichtenagentur AWP zufolge empfehlen neben dem Experten der UBS nur noch vier weitere Berufskollegen den Titel zum Kauf. 11 weitere stufen ihn neutral ein und fünf raten sogar zum Verkauf der Aktie. Mit 15 Franken liegt das durchschnittliche Kursziel noch immer substanziell über den aktuellen Kursnotierungen.