Die Verliereraktien der Januar-Baisse

Im Sog der Schwellenland-Krise erlitten einige Schweizer Aktien in der letzten Januar-Woche teils deutliche Kursverluste. Andere Titel hingegen trotzen dem Abwärtstrend.
03.02.2014 01:00
Von Frédéric Papp
Seit gut einer Woche befindet sich der SMI im Abwärtstrend.

In den ersten drei Wochen des Jahres kletterte der Swiss Market Index (SMI) zügig bergauf und erreicht am 21. Januar mit 8544 Punkten ein Mehrjahreshoch – rund 3 Prozent hatte das Plus seit Jahresbeginn angezeigt. Alles sah nach einem guten Jahresstart aus. Doch dann trat plötzlich die Wende ein.

Die sich verschärfende Krise in Schwellenländern wie Argentinien, Türkei oder Südafrika und die Wachstumsschwäche China trieb die Börsen weltweit in einen Abwärtssog. Schlimm erwischte es den Nikkei-Index mit einem Minus von gegen 6 Prozent. Der Dow Jones und der deutsche Aktienindex DAX glitten zwischen 3,5 und vier Prozent zurück. Auch der SMI rutschte mehr als 3 Prozent ab.

Die Sorge vor weiteren Kurskorrekturen hat in den letzten Tagen deutlich zugenommen. So kletterte das Angstbarometer – der VSMI – der Schweizer Börse innerhalb von acht Handelstagen von 12 auf 19 Punkte. Einen ähnlich starken Anstieg gab es zuletzt im Mai 2013, bevor der SMI um 15 Prozent absackte. Umso selektiver agieren Anleger bei der Titelauswahl. Sobald sich Probleme bei einem Unternehmen zeigen, verkaufen sie die Titel oder schichten in vermeintlich sicherere Aktien oder Anlageklassen um.

Kurssturz bei Syngenta und Transocean

So geschehen zum Beispiel beim Agrarchemieproduzenten Syngenta. Die Titel schmierten in den letzten 8 Handelstagen um gut 10 Prozent ab. Damit reiht sich der Titel ganz unten im SMI-Tableau ein (siehe Tabelle). Syngenta kämpft derzeit an vielen Fronten mit Problemen. Marktbeobachter stuften den Titel dennoch reihenweise hoch (cash berichtete).

Transocean sackte um rund 7 Prozent ab. Dem Betreiber von Ölplattformen schlägt eine kürzlich veröffentlichte Branchenanalyse von Barclays auf den Magen. Wegen Überkapazitäten im Markt sei mit einem Kursrückschlagspotenzial von 24 Prozent zur rechnen, hiess es. Somit könnte die Aktie auf rund 31 Franken tauchen. Danach solle es nach den Barclays-Analysten aber wieder aufwärtsgehen. Am Freitag ging der Titel 0,6 Prozent höher bei knapp 40 Franken aus dem Handel. Im Sog von Transocean korrigierten auch andere Erdölunternehmen wie zum Beispiel Weatherford.

Einmaleffekt bei ABB, China belastet Luxusgütersektor

Abgestürzt ist auch der Aktienkurs von ABB (minus 7 Prozent). Die Verkäufe ausgelöst hat die Gewinnwarnung für das Gesamtjahr 2013. Wetterbedingte Verzögerungen bei Offshore-Windprojekten, Devestitionsverluste und einen harzigen Auftragseingang in der Division Energietechniksystemen brockte ABB Sonderkosten von rund 280 Millionen Franken ein. Das Gros der Analysten wertet dies aber als negativen Einmaleffekt und hält an ihrer Kaufempfehlung fest.

Von der anhaltenden Wachstumsschwäche in China besonders betroffen ist der Luxusgüterhersteller Richemont (minus 7 Prozent). Das Genfer Unternehmen erwirtschaftet einen namhaften Teil seines Umsatzes in China. cash-Guru Alfred Herbert prognostizierte im Börsen-Talk denn auch weiter sinkende Kurse. Im Schlepptau von Richemont gab auch der Uhrenhersteller Swatch fast 4 Prozent nach. Am Freitag hingegen legten beide Valoren aber gegen den Trend deutlich zu. Treiber waren gute Gewinnzahlen des weltgrössten Luxusgüterproduzenten LVMH.

Logitech mit Abstand an der Spitze

Gegen den Abwärtstrend stemmten sich hingegen Swiss Life, Ascom, Meyer Burger oder Publigroupe mit Kursavancen zwischen 4 und 6 Prozent. Mit einem Plus von über 19 Prozent haussierte die Logitech-Aktie mit Abstand am stärksten (siehe Tabelle).

Anleger sind heiss auf den Computerzubehörhersteller, da er als aussichtsreicher Turnaroundkandidat gilt. Die Aktie kletterte nach Bekanntgabe der Zahlen für das dritte Fiskalquartal (per Ende Dezember) im zweistelligen Prozentbereich. Schub verlieh vor allem der über Konsens ausgefallene Gewinn und die Erhöhung der Finanzziele für das Gesamtjahr. Allerdings tun Anleger gut daran, einen Teil der Gewinne zu realisieren. Denn viel Positives ist im Kurs bereits eingepreist. Der Wert der Aktie hat sich seit letztem Dezember mehr als verdoppelt.

 

Die Verlierer des SMI seit 21. Januar 2014

Unternehmen Kursentwicklung
Syngenta -10%
Transocean -7%
ABB -7%
Richemont -7%
Holcim -6%
Credit Suisse -6%
Adecco -6%
UBS -5%
Nestlé -5%
Swatch -4%

Quelle: Reuters, Stand: 31.01.2014

 

Die grössten Gewinner seit 21. Januar 2014

Unternehmen Kursentwicklung
Logitech +19%
Perfect Holding +15%
Hügli +6%
Publigroupe +6%
Swiss Life +6%
Ascom +5%
Edisun Power +4%
Meyer Burger +3%
Givaudan +3%
Hochdorf +3%

Stand: 31.01.2014