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Die Vontobel-Aktie hebt ab

Wie die meisten Aktien erhielt der Vontobel-Titel nach der Auflösung des Euro-Mindestkurses einen heftigen Schlag. Doch seit Ende Januar schiesst sie nach oben. Was ist da los?
05.03.2015 13:45
Von Pascal Züger
Die Vontobel-Aktie kennt seit über einem Monat nur den Weg nach oben.

Das plötzliche Wegfallen des Mindestkurs-Schutzwalles der Schweizerischen Nationalbank am 15. Januar traf die Bank Vontobel hart. Der Aktienkurs schlitterte von 38,75 runter auf 30,75 (minus 16 Prozent). Doch am 30. Januar war die Talsohle erreicht, seither zeigt die Vontobel-Aktie permanent nach oben und hat bis zum 4. März satte 30 Prozent zugelegt. Mit 41,85 Franken wurde an jenem Tag gar der höchste Wert der letzten fünf Jahre erreicht.

Was sind die Gründe für den Höhenflug? "Der Sell Off nach dem Entscheid der Schweizerischen Nationalbank war übertrieben, viele andere Titel haben sich besser erholt. Vontobels anschliessender Höhenflug liegt in dem sehr positiven Jahresergebnis 2014 begründet. Dies gab der Aktie einen Schub", sagt Michael Kunz, Analyst der Zürcher Kantonalbank, zu cash.

Bei den Gewinnzahlen 2014 vom 11. Februar konnte die Zürcher Privatbank vor allem mit einer Erhöhung der Dividende um 19 Prozent auf 1,55 Franken punkten. Das ergibt einen Dividendenrendite von 3,7 Prozent. Ein solches Niveau ist bei Vontobel nichts aussergewöhnliches, aber für die derzeit stark dividendengetriebenen Investoren ein schöner Happen. Und die Rendite ist einiges höher als beim Konkurrenten Julius Bär (2,2 Prozent).

Dazu konnte Vontobel mit einem starken Neugeldzufluss im zweiten Halbjahr 2014 auftrumpfen (plus 6,2 Milliarden Franken). Der Konzerngewinn steigerte sich um 10 Prozent auf 134,5 Millionen Franken, was die Erwartungen der Analysten übertraf. Vontobel steht derzeit solide da, spezielle Kostenprogramme wegen der Auflösung des Mindestkurses sind keine geplant.

Buy oder Hold?

Mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis 2015 von 16 ist die Aktie derzeit keineswegs überteuert. Auch vor Vergleichen mit ähnlichen Aktien wie derjenigen von Julius Bär oder mit dem SPI-Index muss sich die Vontobel-Aktie nicht verstecken. Bis zur Aufhebung des Mindestkurses verliefen die Kurse sehr ähnlich, danach verfolgte Vontobel ihren eigenen Kurs.

Analysten sind sich uneins, ob der Aufstieg der Aktie noch weiter geht, oder ob ein baldiges Ende kommt. Während zahlreiche Banken (Credit Suisse, Goldman Sachs, Citi Research usw.) die Aktie mit "Neutral" bewerten, ist die Zürcher Kantonalbank anderer Meinung: "Wir raten bei der Vontobel-Aktie weiterhin auf 'Übergewichten'."

Nach dem rasanten Anstieg ist der Titel anfällig für Korrekturen geworden. Am Donnerstag gab es bereits einen kleinen Dämpfer. Die Aktie fällt am Donnerstag 1,3 Prozent. Das ist eher untypisch für den letzten Monat.