Die Zeit wird knapp - Briten wollen rasche Brexit-Lösung

Der britische Finanzminister Philip Hammond warnt vor Verzögerungen in den Gesprächen mit der Europäischen Union über einen EU-Austritt seines Landes.
11.09.2018 15:29
Blick von der St. Paul's Cathedral auf Teile der City of London.
Blick von der St. Paul's Cathedral auf Teile der City of London.
Bild: Pixabay

"Die Zeit läuft ab", sagte Hammond am Dienstag im Parlament. "Wir arbeiten gegen die Uhr, wir wissen das." Es müsse mit darauf hingewirkt werden, ein Abkommen rasch hinzubekommen. "Wir werden in den kommenden Wochen und Monaten mit Hochdruck daran arbeiten", betonte der Minister. Grossbritannien will die EU am 29. März 2019 verlassen, nachdem sich im Juni 2016 eine Mehrheit in einem Referendum für den Brexit ausgesprochen hatte.

Premierministerin Theresa May sieht in dem informellen EU-Gipfel in der kommenden Woche in Salzburg eine wichtige "Etappe" auf dem Weg zum Brexit. "Es wird das erste Mal sein, dass die Staats- und Regierungschefs gemeinsam das Weissbuch der britischen Regierung diskutieren, das eine Reihe glaubwürdiger und ernsthafter Vorschläge enthält", sagte ihr Sprecher in London. Um den Austritt zu meistern, soll Notenbankchef Mark Carney bis Ende Januar 2020 und damit länger als geplant im Amt bleiben. May sei mit dessen Arbeit zufrieden.

Die Regierungschefin steht wegen ihrer Brexit-Strategie in ihrer Partei im Kreuzfeuer. Sie will für Waren eine Freihandelszone mit der EU schaffen und einen Teil der gemeinsamen Regeln beibehalten. Viele Brexit-Befürworter verlangen dagegen einen klaren Schnitt nach dem Austritt aus der EU und sehen Mays Kurs als Verrat an.

Ihre Gegner in der konservativen Partei wollen einem Medienbericht zufolge allerdings doch keinen alternativen Plan für die künftige Beziehung zur Europäischen Union vorlegen. Man habe sich umentschieden, sagte der Tory-Abgeordnete Jacob Rees-Mogg, der zu den schärfsten Brexit-Hardlinern gehört und die Arbeit an dem alternativen Plan leitete, nach Angaben der "Financial Times". Das vollständige Dokument solle nun nicht veröffentlicht werden. Vergangene Woche kursierte ein 140-Seiten starker Entwurf für einen Plan B.

(Reuters)