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Diese Aktie gewinnt an Momentum

Die Titel des Halbleiterherstellers Micronas avancieren seit wenigen Wochen deutlich, nach einem monatelangen Seitwärtstrend. Ist der Zeitpunkt nun reif für einen Einstieg?
06.05.2014 13:07
Von Frédéric Papp
Micronas produziert hauptsächlich Chips für die Autoindustrie.
Micronas produziert hauptsächlich Chips für die Autoindustrie.
Bild: www.micronas.com

Seit dem Jahrestief Anfang April geht’s mit der Micronas-Aktie steil aufwärts. 12 Prozent haben die Titel seither haussiert und notieren derzeit bei knapp 8 Franken. Überspringt die Aktie auch diese Kursmarke nachhaltig, wird der nun seit Anfang 2013 gültige Seitwärtstrend definitiv durchbrochen. Und die Zeichen stehen gut, dass dies gelingen könnte.

Zum einen will der Zürcher Chiphersteller die Abhängigkeit von der unter Druck stehenden japanischen Währung weiter dämpfen, indem Lieferverträge neu gegen Euro ausgehandelt werden. Im letzten Jahr betrug der Anteil am Japangeschäft, der in Euro abgerechnet wurde, 20 Prozent. Im laufenden Jahr visiert Micronas-CEO Matthias Bopp eine Zielmarke von gegen 35 Prozent an, wie an der Bilanzmedienkonferenz Ende April bekannt wurde. Solche Massnahmen dienen der Stabilisierung der rückläufigen Margen.

Micronas im Fahrwasser der Automobilbranche

Die Gesellschaft hat eine starke Stellung in der japanischen Automobilzulieferer-Industrie, gehört doch Toyota zu den grössten Kunden des in Zürich ansässigen Unternehmens. Insgesamt steuert der japanische Markt mit rund 80 Millionen Franken mehr als die Hälfte zum Umsatz bei.

Wie kürzlich bekannt wurde, konnte Toyota seine Position als weltweit grösster Autobauer festigen. In den ersten drei Monaten des Jahres steigerte der japanische Konzern seinen Absatz um gut sechs Prozent auf knapp 2,6 Millionen Fahrzeuge. Für das laufende Jahr hat Toyota seine Gewinnprognosen deutlich angehoben.

Nicht nur bei Toyota, sondern auch bei anderen Autobauern wie VW, Daimler oder BMW läuft das Geschäft rund. Davon profitiert Micronas ganz direkt, weil immer mehr Autos - auch im Mittelklasse-Segment - mit Sensoren in der Motor- und Getriebesteuerung sowie bei Fensterhebern und Aussenspiegeln ausgestattet werden. Laut Konzern-Chef Bopp wird der Markt für Elektronik im Auto bis ins Jahr 2018 jährlich um 7 Prozent wachsen. Schon heute seien einige Fahrzeuge aus dem Luxussegment mit rund 25 Micronas-Sensoren unterwegs.

Micronas kann hier mit einer soliden Produktepallette aufwarten. Und mit dem Gas-Sensor mySENS verfügt das Unternehmen auf längere Sicht über einen Trumpf im Ärmel, auch wenn die Schätzungen für das kommerzielle Potenzial dieser Gassensoren weit auseinandergehen.

Investoren steigen ein

Solche Aussichten ziehen auch Investoren an. So meldete die Schweizer Börse SIX Ende März eine Erhöhung der Beteiligung von Brandes Investment Partners von 3 auf gut 5 Prozent. Der US-Vermögensverwalter gilt als erfahrener Experte auf dem Gebiet von Substanzaktien und managed Vermögenswerte von knapp 28 Milliarden Dollar.

Für den Anleger ist ein derzeitiger Einstieg bei Micronas unter einem längeren Anlagehorizont durchaus sinnvoll, denn die Wachstumsaussichten sind intakt. Micronas ist allerdings stark von der Entwicklung der Automobilindustrie abhängig und agiert relativ sensibel auf Nachrichten aus dieser Branche. Anlegern ist somit empfohlen, die Entwicklungen in der Automobilbranche eng zu verfolgen.