Diese Aktien legten 2014 einen Blitzstart hin

Vor allem die Aktien aus der zweiten Reihe haben im neuen Jahr einen Schnellstart hingelegt. Bei den grossen Titeln fahren Anleger auf Banken und defensive Werte ab.
13.01.2014 01:00
Von Frédéric Papp
Gewisse Schweizer Aktien legten einen Blitzstart hin.

Die Schweizer Börse ist stark ins neue Jahr gestartet. In nur sechs Handelstagen kletterte der Swiss Market Index um 2 Prozent auf rund 8365 Zähler. Damit fehlt dem Index nur noch wenig bis zum Sechs-Jahres-Hoch bei 8408 Punkten.

Auf der Titelebene legten vor allem Valoren aus der zweiten Reihe einen Raketenstart hin. So schoss zum Beispiel die Aktie von Evolva 31 Prozent in die Höhe und liegt damit unangefochten an der Spitze des SPI-Tableaus (siehe Tabelle). Beeindruckend ist auch die Kursentwicklung der letzten zwölf Monate – plus 202 Prozent.

Der Sturmlauf der Evolva-Titel ist fundamental nicht begründbar. Denn das im basellandschaftlichen Reinach beheimatete Unternehmen schreibt noch immer Verluste. Offenbar glauben aber die Aktienkäufer an den kommerziellen Erfolg der Produktepipeline des Herstellers von Nahrungsmittelzusatzstoffen.

Viel Zukunftshoffnung steckt in der Herstelltechnik des Süssstoffs Stevia. Evolva hat eine Fermentationsmethode entwickelt, die es erlaubt, mithilfe von Hefebakterien kalorienfreien Süssstoff aus gewöhnlichem Zucker herzustellen. Diese Methode ist kostengünstiger als klassische Produktionsverfahren, das auf der Extraktion der Stevia-Pflanze beruht. Allerdings befindet sich das Verfahren noch in der Testphase.

Schafft Evolva den kommerziellen Durchbruch, geht der Aktienkurs durch die Decke. Andernfalls droht ein Kursdebakel. Insofern ist Evolva nur etwas für risikobewusste Anleger.

Gute Ausgangslage für Gurit

Mit deutlichem Abstand auf Evolva folgen die Titel des Solarzulieferers Meyer Burger mit 20 sowie jene des Werkstoffherstellers Gurit mit 16 Prozent seit Jahresbeginn. Einem Engagement bei Meyer Burger ist auf dem aktuellen Kursniveau aber eher abzuraten (siehe Artikel).

Anders liegt die Story bei Gurit. Bereits Mitte November des letzten Jahres hat CEO Rudolf Hadorn im Interview mit cash ein besseres 2014 in Aussicht gestellt. Er rechnet mit einem Umsatz von deutlich mehr als 300 Millionen Franken und klar höheren Margen.

Ein "Klotz" am Bein ist aber nach wie vor die starke Präsenz im Windenergiemarkt, wo Gurit Formen und Materialien zur Herstellung von Rotorblättern liefert. Fast die Hälfte des Umsatzes erwirtschaftet Gurit im Windenergiegeschäft. Gewinn wirft dieser Bereich aber kaum ab. Weit besser läuft es im Autoteilgeschäft. Dieses wächst laut Hadorn rasch, und die Auftragsbücher sind voll.

Gefragter Biotech-Titel

Bei den Bluechips ragen die beiden Grossbankentitel UBS (+7,5 Prozent) und Credit Suisse (+8,5 Prozent) heraus (siehe Tabelle). Mit einer bisherigen Kursperformance von rund 6 Prozent ist auch der letztjährige Börsenstar Actelion vorne mit dabei. Die Valoren des Baselbieter Biotechnologieunternehmens kletterten bereits letztes Jahr 73 Prozent.

Der Erfolg von Actelion hängt noch immer an nur einem Produkt, Tracleer gegen Lungenhochdruck. Es steht für fast 90 Prozent des Umsatzes und verliert 2015 den Patentschutz in den USA. Actelion verfügt mit Macitentan (Markenname Opsumit) aber über ein vielversprechendes Nachfolgepräparat.

Auch für die defensiven Titel Novartis und Roche geht die Kletterpartie weiter. Mit einem Plus von knapp 3 Porzent seit Anfang Jahr gehören die Valoren zu den Top 6 der SMI-Aktien. Im vergangenen Jahr erzielte der "Bon" von Roche eine Rendite von 36 Prozent. Die Novartis-Aktie verteuerte sich um 24 Prozent.

Novartis in der Gerüchteküche

Derzeit steht Novartis bei den Anlegern besonders im Fokus. Der Pharma-Riese sieht sich mit einer Klage in den USA konfrontiert. Die Behörden werfen dem Unternehmen vor, Schmiergelder bezahlt zu haben, um den Absatz seines Medikamentes Exjade anzukurbeln. Zudem hat die US-Investmentbank Jefferies die Titel von "Buy" auf "Hold" zurückgestuft. Diese Nachrichten hat die Novartis-Aktie aber nicht gebremst.

Womöglich treiben den Kurs die Spekulationen über einen Milliardendeal zwischen Novartis und Merck hoch.

Im Markt wird gemunkelt, die beiden Unternehmen könnten ihre Geschäftssparten tauschen. Konkret soll es sich um die Tiergesundheitssparte und dem Geschäft mit Impfstoffen für Menschen von Novartis handeln. Im Gegenzug soll Novartis den OTC-Gesundheitsbereich von Merck erhalten.

 

Die besten SPI-Titel seit Jahresbeginn

Evolva +31%
Meyer Burger +20%
Gurit +16%
Myriad +15%
u-blox +14%
Basilea +13%
Bellevue Group +13%
Bossard +12%
IVF Hartmann +11%
Publigroupe +10%

Quelle: cash.ch, Stand: 10. Januar 2014

Die besten SMI-Titel seit Jahresbeginn

Credit Suisse +8,5%
UBS +7,5%
Actelion +6,2%
Roche GS +2,8%
Adecco +2,8%
Novartis +2,7%

Quelle: cash.ch, Stand: 10. Januar 2014