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«Diese Aktien machen die nächste Welle»

Nach dem «wilden» 2013 erwartet cash-Guru Alfred Herbert ein gedämpfteres, aber immer noch gutes Aktienjahr. Er nennt im cash-Börsen-Talk seine Favoriten im SMI und im breiten Markt.
20.12.2013 01:00
Von Daniel Hügli
cash-Guru Alfred Herbert im Börsen-Talk vom 20. Dezember 2013.
Bild: cash

17 Prozent hat der Swiss Market Index (SMI) in diesem Jahr zugelegt. Die erste Hälfte des Jahres war von einer steilen Aufwärtskurve geprägt, in welcher der SMI 25 Prozent stieg. Die zweite Hälfte war charakterisiert durch Unsicherheit und Volatilität, nachdem die US-Zentralbank (Fed) einen langsamen Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik angedeutet hatte.

Nun hat die Fed eine geringe Drosselung der Anleihenkäufe bekannt gegeben. "Offenbar getraut sich die Fed gar nicht, mehr zu machen", kommentiert cash-Guru Alfred Herbert das Handeln der US-Notenbank im cash-Börsen-Talk. "Der Berg hat sozusagen eine Maus geboren." Die Börsen reagierten mit massiven Kurssprüngen auf die Fed-Ankündigung, was heisst, dass die Anleger eigentlich drastischere Schritte erwartet hatten.

Nach der Einschätzung von Herbert werde der nun wieder aufgekommene Schwung an den Börsen ins neue Jahr hineingetragen werden. Nach dem "wilden" Börsenjahr 2013 werde das nächste Aktienjahr aber sicher "ein wenig gedämpfter", sagt der Aktienexperte und präzisiert: "Ein Anstieg von 10 Prozent des SMI ist durchaus möglich."

Aktienanteil halten

Etwas vorsichtiger fürs neue Börsenjahr gestimmt ist Herbert wegen des zweiten Schritts der Fed, wenn die Zentralbank die Anleihenkäufe um nochmals 10 Milliarden Dollar pro Monat drosseln wird oder gar auf 50 Milliarden Dollar senkt. "Dieser Move wird entscheidend sein." Herbert warnt auch von möglichen neuen Gefahren in Europa - an dieser Front sei es verdächtig ruhig. "Wir haben schon zu lange nichts mehr gehört von den Schwierigkeiten der Eurozone."

Den Aktienanteil in den Portefeuilles müsse man aufs nächste Jahr hin nicht unbedingt erhöhen, die Qualitätskontrolle bei den Valoren werde dagegen wichtiger. Herbert rät den Anlegern daher, die Jahresabschlüsse der Unternehmen im Frühjahr genau zu verfolgen.

Auf Titelebene richtet Herbert den Blick auf das untere Ende der Jahresperformance der Aktien im Swiss Market Index. Dort belegen Syngenta, SGS und Holcim (alle drei mit einer leichten Minusperformance) sowie Zurich und Transocean die letzten fünf Plätze im Jahr 2013.

"Das sind alles gut rentierende Titel. Die waren 2012 an der SMI-Spitze, sie legten im 2013 nun eine Pause ein. Diese Aktien machen die nächste Welle", ist Herbert überzeugt.

Valora und Lonza auf dem Kaufradar

Am breiten Markt empfiehlt Herbert die Valoren des Kioskbetreibers Valora, die eine Dividendenrendite von 6 Prozent aufweisen. Auch Bellerive-Anlagechef Thomas Steinemann, vor einer Woche Gast im cash-Börsen-Talk, empfahl die Aktie von Valora, weil da noch wenig Wachstum im Aktienkurs eingepreist sei.

Lonza ist eine weitere Favoriten-Aktie von Herbert. Der Lifesciencekonzern, der sich im Umbau befindet, hatte Ende Oktober seine Ziele für das Jahr 2013 bestätigt. Die Bank Vontobel erhöhte im letzten Monat das Kursziel von Lonza auf 100 Franken. Die Aktie notiert derzeit bei 81 Franken und hat in diesem Jahr 63 Prozent zugelegt.

Silber unter 19 Dollar kaufen

Im Gegensatz zu den Aktienmärkten bieten die Kursentwicklungen der Edelmetalle in diesem Jahr ein Bild des Grauens. Gold verlor 27 Prozent seines Wertes, Silber gar 36 Prozent. Die Preise begannen zu sinken, als die Fed Andeutungen wegen der Drosselung der Anleihenaufkäufe machte. Herbert deutet an, dass bei den Edelmetallen kein nachhaltiger und baldiger Kursanstieg auszumachen ist.

"Silber und Gold sind der beste Inflationsschutz, von Inflation ist aber weit und breit nichts zu sehen. Da fehlt also die Attraktion." Positiv stimmen ihn einzig die regelmässigen Edelmetallkäufe von Zentralbanken, welche die Kurse stützen.

Immerhin bieten die jetzigen Edelmetallkurse langfristig orientierten Anlegern Gelegenheit, auf tieferem Niveau dazuzukaufen: "Unter 19 Dollar pro Feinunze kaufe ich immer ein wenig Silber dazu", verrät Herbert. Der Silberpreis steht derzeit bei 19,21 Dollar pro Feinunze.

Im cash-Börsen-Talk vergleicht Alfred Herbert zudem den Performance-Ausblick für europäische Börsen und den SMI, und er schätzt die Entwicklung des Franken im neuen Jahr ein.