Diese Aktien schützen vor Deflation

Eine französische Grossbank macht in Europa Anzeichen für Deflation aus und sagt, wie Anleger ihre Aktienportfolios dagegen schützen können.
06.03.2014 08:14
Von Lorenz Burkhalter
Nach japanischem Vorbild: Auch in Europa droht Druck auf die Preise.

Die Schuldenkrise ist an den Finanzmärkten schon eine ganze Weile kein Thema mehr. Allerdings sind ihre Nachwehen in vielen europäischen Ländern noch immer allgegenwärtig. Die zuletzt wieder schwächer als erwarteten Frühindikatoren lassen vermehrt Zweifel an der erwarteten Belebung der Wirtschaft aufkommen.

Mit Exane BNP Paribas spricht nun erstmals eine europäische Bank ganz unverblümt von Deflationsrisiken. Von den jüngst veröffentlichten Einkaufsmanager-Indizes lasse sich für das laufende Quartal bestenfalls ein Wachstum des Bruttoinlandprodukts von 0,3 bis 0,4 Prozent ableiten. Dieses Wachstum werde nicht ausreichen, um in Europa Druck von der Preisentwicklung zu nehmen. Noch seien die Deflationsrisiken erstaunlicherweise kaum ein Thema für die Finanzmärkte, so die verantwortlichen Strategen.

Sie raten der eigenen Anlagekundschaft in einem von solchen Risiken geprägten Umfeld auf Aktien von Unternehmen mit einer soliden Bilanz sowie einer grosszügigen und ausbaufähigen Ausschüttungspolitik zu setzen. Im Gegenzug seien Aktien von Firmen mit tiefen Margen und einer hohen Wechselkursabhängigkeit zu meiden.

Deflationsrisiken drücken auf die Investitionsbereitschaft

Aufgrund des anhaltenden Drucks auf die Preise würden in Europa schon bald die Realzinsen steigen, so die Strategen. Und höhere Realzinsen ihrerseits würden für eine geringere Investitionsbereitschaft europäischer Unternehmen sprechen. Die von vielen ihrer Berufskollegen erwartete Belebung bei der Investitionstätigkeit sei deshalb ernsthaft in Gefahr.

Gleichzeitig würden sich die Deflationsrisiken in einem stärkeren Euro niederschlagen. Noch spiegle sich die Möglichkeit eines weiteren Jahres mit einer starken Heimwährung nicht in den Gewinnerwartungen europäischer Unternehmen.

Die alles entscheidende Frage werde, ob und in was für einem Ausmass die Europäische Zentralbank auf solche Gefahren reagieren werde. Allerdings verspreche weder eine weitere Leitzinsreduktion noch die Einführung von Negativzinsen auf Spareinlagen Linderung. Anleger seien daher gefordert aktiv zu werden und ihre Aktienportfolios Anpassungen an das neue Umfeld zu unterziehen.