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Diese Firma hat heisse Eisen im Feuer

Der Run auf Pharmaaktien treibt die Kurse auf Allzeithoch. Etwas in Vergessenheit geriet dabei ein Berner Pharmatitel. Das Aufholpotenzial ist dementsprechend attraktiv.
12.01.2015 13:33
Von Frédéric Papp
Die Galenica-Aktie ist gut ins 2015 gestartet.

Mit einem Kurssprung von gut 4 Prozent seit Jahresbeginn macht Galenica auf sich aufmerksam. Der Pharmasektor ist generell ein beliebter Kauf bei den Anlegern. So haussierte der "Bon" von Roche in den ersten 5 Handelstagen des neuen Jahres rund 5 und Novartis sogar knapp 6 Prozent. Beide Titel notieren auf Rekordniveaus.

Die in Bern beheimatete Galenica hingegen notiert rund 15 Prozent unter dem Allzeithoch bei 971 Franken vor knapp einem Jahr – entsprechend viel hat die Aktie aufzuholen.

Kursverlauf der Galenica-Aktie (1 Jahr), Quelle: cash.ch

Galenica hat zwei heisse Eisen im Feuer, das Eisenpräparat Ferinject und Injectafer (Name von Ferinject in den USA) sowie Velphoro gegen Niereninsuffizienz. Ferinject dient der Behandlung von Eisenmangelanämie bei erwachsenen Patienten, die nicht zufriedenstellend auf oral verabreichtes Eisen ansprechen oder es nicht vertragen. Nach Schätzungen von Galenica leiden allein in den USA ungefähr 8 Millionen Menschen an Eisenmangel.

Ein chronischer Eisenmangel kann laut medizinischen Studien auf lange Sicht zu erheblichen Herzproblemen und Magen-Darm-Komplikationen führen. Für solche Indikationen steht die Zulassung für Galenica allerdings noch aus. Kommt diese, würde sich das Marktpotenzial des Medikamentes erheblich vergrössern und damit den Aktienkurs nach oben drücken.

Für Investments in Pharma sprechen der defensive Charakter des Geschäfts und die in der Regel kerngesunden Bilanzen. Wachstumstreiber sind die Schwellenländer und die Verschiebung der Altersstruktur in den Industrieländern – Stichwort Demografie.

Für Fantasie sorgt auch das Apotheken- und Logistikgeschäft (Galenica Santé). Mitte August des letzten Jahres wurde beschlossen, die Sparte abzutrennen und neben dem Pharmageschäft (Vifor Pharma) separat zu betreiben. Geplant ist eine separate Kotierung an der Schweizer Börse. Womöglich tritt aber auch ein Käufer auf den Plan. Gemäss Angaben der Schweizer Börse SIX besitzt der Pharmagrosshändler Alliance Boots gut ein Viertel der Galenica-Aktien. Mithelfen könnte diesbezüglich auch Financier Martin Ebner, der über seine Beteiligungsgesellschaften gut 16 Prozent hält.

Mehr Informationen zum Geschäftsverlauf gibt's an Bekanntgabe der Umsatzzahlen am 21. Januar. Das detaillierte Jahresergebnis wird am 10. März publiziert.