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Diese Nebenwerte haben noch «Pfupf»

Im cash-Börsen-Talk äussert sich Patrick Rieter von Rieter Fischer Partners zum künftigen Börsenumfeld. Zudem nennt er Schweizer Nebenwerte mit guten Aussichten auf Kursgewinne.
19.09.2014 00:59
Von Frédéric Papp
Patrick Rieter von Rieter Fischer Partners im cash-Börsen-Talk.
Bild: cash

Seit Anfang August sind die Börsen – insbesondere der Swiss Market Index (SMI) – wieder im Aufwärtstrend. Geholfen haben dem Schweizer Leitindex vor allem defensive Werte wie Roche oder Novartis. Die Investoren-Gemeinschaft ist aber gespalten, was den künftigen Börsenverlauf angeht. Das eine Lager geht von einem baldigen Kurstaucher aus, während das andere Lager weiter steigende Kurse erwartet.

Patrick Rieter, Mitinhaber der Vermögensverwaltung Rieter Fischer Partners, zählt sich zum Lager der Bullen. "Wir sind eher auf der positiven Seite", sagt Rieter im cash-Börsen-Talk. Viel Negatives sei in den Börsen eingepreist. An der politischen Front – Stichwort Ukraine – suche man nun nach Lösungen. Und seitens der Europäischen Zentralbank seien weitere Konjunkturstützen zu erwarten, so Rieter.

Nebenwerte meist besser als SMI-Aktien

Der Asset Manager Rieter Fischer Partners hat sich auf die Analyse von Nebenwerten aus der Schweiz und Europa spezialisiert und managt drei Fonds. Gerade die Nebenwerte haben in den vergangenen 13 Jahren die Aktien im SMI mehrheitlich übertrumpf. Nur dreimal schnitten sie schlechter ab (siehe dazu den Chart im cash-Börsen-Talk).

Kurspotenzial sieht Rieter bei Sonova. Das Unternehmen mit Sitz in Stäfa ist mit einem Marktanteil von 26 Prozent bei den tragbaren Hörgeräten der globale Leader. Im Markt für Hörgeräte gibt es ein strukturelles Wachstum aus Überalterung und steigender Marktdurchdringung, sprich immer mehr Hörgeschädigte erwerben eine Hörhilfe. Sonova ist in den letzten 5 Jahren 13 Prozent pro Jahr in Lokalwährungen gewachsen. Entsprechend erfreulich hat sich der Aktienkurs entwickelt. Die Performance seit Jahresbeginn liegt bei +24 Prozent.

Ebenso in einem Wachstumsmarkt tätig ist U-blox. Der Zürcher Chipentwickler baue seine Position in wichtigen Märkten, in denen das "Internet der Dinge" stark auf dem Vormarsch sei, weiter aus, sagt Rieter, der sich regelmässig mit dem Management trifft. u-blox habe zudem einen diversifizierten Kundenstamm von rund 4500 Kunden. Damit sei das Technologieunternehmen nicht vom Geschäftsverlauf eines grossen Kunden abhängig, so Rieter.

Valora und Kaba auf dem Kaufzettel

Weiter hat Rieter Fischer Partners kürzlich bei Valora aufgestockt. In Anlegerkreisen wird der Handels- und Logistikkonzern als "ewige Baustelle" kritisiert. Doch Rieter sieht dies anders: "Die Probleme sind erkannt und werden sukzessive ausgemerzt. In den kommenden zwölf Monaten werden Portfoliobereinigungen stattfinden." Rieter streicht zudem die attraktive Dividendenrendite von 6 Prozent hervor.

Der vierte attraktive Nebenwert im Bunde ist Kaba. Der auf Sicherheits- und Schliesstechnik spezialisierte Konzern hat im ersten Halbjahr zwar ein robustes Volumenwachstum gezeigt. Allerdings lässt die Profitabilität noch zu wünschen übrig. Dies rührt laut Rieter daher, dass die Firma viel investiert. "Kaba wird profitabler werden, aber es braucht noch etwas Geduld." Die Kaba-Aktie hat sich seit Jahresbeginn kaum verteuert. Für Rieter ist nun ein günstiger Einstiegszeitpunkt gegeben. 

Im cash-Börsen-Talk begründet Patrick Rieter die Scheu der Schweizer Anleger vor Aktien. Weiter erklärt er, weshalb Nebenwerte oft besser rentieren als die "grossen Brüder" im Swiss Market Index.