Diese Privatbankaktie birgt Rückschlagsrisiken

Obschon diese Zürcher Privatbank eine Grossübernahme zu verdauen hat, konnte ihre Aktie zuletzt zu alten Rekordständen aufschliessen. Nicht nur aus charttechnischer Sicht droht der Aktie nun ein Rückschlag.
31.10.2013 08:51
Von Lorenz Burkhalter
Julius Bär dürfte in den letzten Monaten genauso mit Widrigkeiten gekämpft haben wie die meisten anderen Rivalen.

Viele Schweizer Bankaktien stehen noch immer weit abgeschlagen von ihren historischen Rekordständen. Nicht so jene von Julius Bär. Zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen kratzt sie in diesen Tagen an den Anfang 2011 erklommenen Höchstständen.

Ein Vorstoss auf bisher unbekanntes Kursterrain ist allerdings wenig wahrscheinlich, oder aber höchstens ein vorübergehender Ausflug. Und mit jedem Tag, an dem die Aktie an ihren historischen Höchstständen scheitert, wird ein Rückschlag wahrscheinlicher. Gerade ausländische Momentum-Investoren dürften dem Handelsgeschehen derzeit mit Argusaugen beiwohnen und gegebenenfalls die Reissleine ziehen.

Wehe wenn der Zwischenbericht nicht zu überzeugen vermag

Das stolze Kurs- und Bewertungsniveau lässt einen nahezu wolkenlosen Himmel über der in Zürich beheimateten Privatbank vermuten. Dem ist allerdings nicht ganz so: Noch immer hat das Unternehmen schwer an der Übernahme des internationalen Vermögensverwaltungsgeschäfts von Merrill Lynch zu kauen. Der recht verhaltene Zahlenkranz für die erste Jahreshälfte bleibt ein stummer Zeuge davon. Und ob der für Mitte November angesetzte Zwischenbericht für die ersten zehn Monate besser ausfällt, ist fraglich.

Der Kampf der Rivalin UBS mit einer rückläufigen Bruttomarge im Wealth Management und der langsam aber sicher versiegende Neugeldzufluss bei der Bank Vontobel lassen bei Julius Bär jedenfalls eher verhaltene Rückschlüsse auf die Geschäftsentwicklung zu.

Aktienkurs deutet verhaltenen Zwischenbericht an

Auch die charttechnische Konstellation deutet auf einen eher ernüchternden Zwischenbericht für die ersten zehn Monate hin. Die Aktie von Julius Bär hat in den letzten Wochen spürbar an Kraft verloren. Seit Mitte Monat konnte sie nicht mehr mit dem freundlichen Gesamtmarkt mithalten. Sofern die bisherigen Jahreshöchststände von Anfang September nicht überschritten werden, zeichnet sich ein sogenanntes «Triple-Top» ab. Gemäss Lehrbuch kündigt diese Formation eine Trendumkehr nach unten an und lässt im Fall der Zürcher Privatbankengruppe einen Rückschlag in die Region von 40 Franken vermuten.