Diese Schweizer Aktien drehen immer höher

Seit Tagen klettert eine Gruppe von Schweizer Aktien von einem Hoch zum nächsten. cash nennt die Namen der Aktien und beurteilt die Kursanstiege.
04.11.2015 01:30
Von Lorenz Burkhalter
Immer höher: Hoch-Karussell an der Herbstmesse in Basel. Ähnlich geht es derzeit einigen Schweizer Aktien.
Immer höher: Hoch-Karussell an der Herbstmesse in Basel. Ähnlich geht es derzeit einigen Schweizer Aktien.
Bild: cash

Schon seit Monaten bewegt sich die Schweizer Börse seitwärts. Der breit gefasste Swiss Performance Index steht auf dem Stand von Anfang März. Von seinem Rekordhoch vom August trennen den SPI gute sechs Prozent.

Die Liste der Aktien mit neuen Jahrestiefstkursen wird dabei immer länger. Anders verhält es sich mit einer Handvoll Aktien. Sie übertrumpfen sich derzeit ständig mit neuen Jahreshöchstkursen. Diese Entwicklung dauert schon seit einigen Tagen an. Hier ein Überblick über die derzeitigen Börsen-High-Flyer:

Ascom: Der Börsenwert des Berner Telekommunikationskonzerns ist seit Jahresbeginn um knapp einen Viertel gestiegen. Zuletzt sorgte das Unternehmen mit einer strategischen Partnerschaft mit Tyco auf dem Gebiet integrierte Kommunikationslösungen im Gesundheitswesen für Schlagzeilen. Branchenkenner versprechen sich davon schon bald einen Mehrumsatz in Millionenhöhe.

Ende Juli gab sich der bekannte Tessiner Financier Tito Tettamanti erstmals seit Jahren wieder als Grossaktionär zu erkennen. Offenlegungsmeldungen zufolge kontrolliert der 85-Jährige über seine Beteiligungsgesellschaft Sterling Strategic Value 3,06 Prozent der Stimmrechte. Tettamanti gilt als treibende Kraft hinter der Prüfung strategischer Möglichkeiten für den Network Testing Bereich. Sollte sich Ascom von diesem Geschäftszweig trennen, sehen Analysten den Aktienkurs in die Region von 25 Franken steigen (derzeit: 19 Franken).

Galenica: Die Aktie des ebenfalls in Bern beheimateten Gesundheitskonzerns gilt als der Überflieger in diesem Jahr. Es braucht nicht mehr viel, dann hat sich die Aktie im Wert verdoppelt. Das dürfte vor allem Martin Ebner freuen. Gemeinsam mit seiner Frau Rosmarie hält der Financier 18,4 Prozent am Unternehmen, ein Teil davon indirekt über Derivate.

Galenica will sich bis in drei Jahren in die beiden voneinander unabhängigen Gesellschaften Vifor Pharma und Galenica Santé aufspalten. Den Grundstein legen wichtige in den vergangenen Monaten vereinbarte Partnerschaften, unter anderem mit dem Basler Pharmakonzern Roche. Die geplante Aufspaltung sorgt für Fantasie: Mittlerweile errechnet sich für das nächste Jahr selbst auf Basis optimistischer Annahmen ein stolzes Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 25.

Interroll: Der Logistikdienstleister kann auf eine erfolgreiche erste Jahreshälfte zurückblicken. Immerhin verdoppelte sich der operative Gewinn (EBIT) im Jahresvergleich. Das blieb nicht ohne Auswirkungen auf die Aktienkursentwicklung, welche seit dem Spätsommer steil nach oben zeigt. Mit einem Börsenwert von 650 Millionen Franken dürfte Interroll nur bei den wenigsten international agierenden Grossanlegern auf dem Radar erscheinen. Dennoch haftet der Aktie der Ruf einer "Perle im Bereich der Schweizer Nebenwerte" an. Was nicht ist, könnte also noch werden.

Lonza: Das in Basel beheimatete Zulieferunternehmen profitiert schon seit Jahren vom Höhenflug amerikanischer Biotechnologieaktien. Alleine seit Ende August errechnet sich bei Lonza ein Kursplus von 16 Prozent.

Seit dem Zwischenbericht von Ende Oktober wissen wir, dass sich die Absatzmärkte bester Gesundheit erfreuen. Das liess sogar eine leichte Erhöhung des diesjährigen Ausblicks zu. Beides dürfte wie Musik in den Ohren der Aktionäre gewesen sein. Es gilt jedoch als unwahrscheinlich, dass die Aktie von Lonza in Zukunft ein Eigenleben entwickeln wird. Die Kursentwicklung wird mit jener des amerikanischen Biotechnologieindex steigen und fallen. Einige Analysten sehen das Unternehmen immer mehr an seine Bewertungsgrenze stossen.

Swiss Re: Schafft es der Rückversicherungskonzern bei den im Swiss Market Index berücksichtigten Firmen ein drittes Jahr in Folge auf den Dividenden-Thron? Nach einem überraschend schadenarmen dritten Quartal lautet die Antwort: Die Wahrscheinlichkeit dafür ist hoch.

Noch rechnet kaum ein Analyst mit einer weiteren Sonderdividende. Das mag seinen Grund haben, hat der neue Finanzchef doch eine gewisse Affinität für Aktienrückkäufe. Ein solches dürfte Swiss Re schon in den nächsten Tagen in Angriff nehmen. In einem ersten Schritt sollen eigene Aktien im Gegenwert von einer Milliarde Franken zurückgekauft werden. Gut möglich, dass dieser Betrag im kommenden Frühjahr noch einmal deutlich aufgestockt wird.

Solange grössere Naturkatastrophen ausbleiben, wird auch weiterhin ein Geldregen über die Aktionäre hereinprasseln. Auch wenn die Aktie nicht mehr ganz so günstig bewertet ist.