Diese Versicherungsaktie hat Nachholbedarf

Während andere Schweizer Versicherungsaktien von einem Jahreshoch zum nächsten klettern, ist ein Titel in Vergessenheit geraten. Zu Unrecht, verfügt das Unternehmen doch über einen makellosen Leistungsausweis.
30.10.2013 08:10
Von Lorenz Burkhalter
Die Verantwortlichen der National-Versicherung nehmen sich der Wachstumsflaute aktiv an. Vorschusslorbeeren haben sie indes noch keine dafür erhalten.
Die Verantwortlichen der National-Versicherung nehmen sich der Wachstumsflaute aktiv an. Vorschusslorbeeren haben sie indes noch keine dafür erhalten.
Bild: ZVG

In manchen Fällen fragt man sich, was es wohl noch braucht, damit der Aktienkurs eines Unternehmens endlich steigt. So auch bei der National Versicherung.

Denn obschon das in Basel beheimatete Versicherungsunternehmen mit einem recht ordentlichen Halbjahresergebnis aufwarten konnte, liegt die Aktie nur gerade 4 Prozent über dem Stand von Anfang Jahr. Selbst unter Miteinbezug der Mitte Mai entrichteten Dividende bleibt ihre Entwicklung im bisherigen Jahresverlauf weit hinter der vergleichbarer Mitbewerber und dem Gesamtmarkt zurück.

Verantwortliche nehmen sich der Wachstumsflaute an

Der Hauptgrund liegt bei den seit nunmehr drei Jahren stagnierenden Prämieneinnahmen. Diese sind ein stummer Zeuge davon, wie hart der Heimmarkt Schweiz eigentlich umkämpft ist. Allerdings machen die Firmenverantwortlichen der National Versicherung keinen Hehl aus der Wachstumsflaute. Im Anschluss an die Ergebnisveröffentlichung von Anfang September liessen sie die Aktionäre wissen, dass das Problem aktiv angegangen werde.

Eigenen Angaben zufolge prüft das Unternehmen gleich mehrere Wachstumsinitiativen. Selbst eine geografische Neuausrichtung, ein Vorstoss in neue Märkte oder Zusammenarbeiten scheinen dabei keine Tabuthemen mehr zu sein.

Die grosszügige Dividendenpolitik der National Versicherung sollte aus Sicht der Aktionäre über die Zeit der Wachstumsflaute hinwegtrösten. Für das vergangene Geschäftsjahr schüttete das Unternehmen 1,70 Franken je Aktie aus. Das entspricht einer Dividendenrendite von knapp 4 Prozent. Aufgrund der soliden Bilanz sind über die kommenden Jahre allerdings Erhöhungen denkbar.

Aktionärsstruktur sorgt regelmässig für Spekulationen

Im Sommer 2012 kam es im Aktionariat der National Versicherung zu grösseren Verschiebungen. Die 7,7-Prozent-Beteiligung der Basler Kantonalbank ging an Helvetia und die Landesbank Baden-Württemberg trat ihre wenige Jahre zuvor erworbene Beteiligung im vollen Umfang von 11,4 Prozent an die Mobiliar ab. Seither vereint Helvetia 12,05 Prozent der Stimmen, gefolgt von der Mobiliar mit 11,35 Prozent und Basler Leben mit 10,02 Prozent.

Mit solch prominenten Branchenvertretern im Aktionariat erstaunt es nicht, dass die National Versicherung in den letzten Jahren immer mal wieder im Mittelpunkt von Übernahmespekulationen stand. Und auch wenn solche nicht als Kaufargument für die Aktie herhalten dürfen, so handelt es sich bei ihnen immerhin um die Kirsche auf dem Schlagrahm.