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Dieses SPI-Trio hat Zug

Seit dem Kurs-Knick im Oktober haben die Börsen kräftig angezogen. cash nimmt drei SPI-Aktien unter die Lupe, wo die Kurse besonders eindrucksvoll verlaufen sind und die immer noch Zugkraft haben.
19.11.2014 13:28
Von Marc Forster
Auf Jahreshöchst, aber vor allem eine Dividendenperle: Die Aktie der Waadtländer KB.

Seit der deutlichen Korrektur in den ersten beiden Oktoberwochen stürmen die Aktienmärkte wieder nach vorne - die Jahresendrallye ist im vollen Gange. Hervor stechen bei den Kursgewinnern zum Beispiel Kaba, Straumann oder auch - wegen der Renditechancen - die Waadtländer Kantonalbank. Bleibt das Börsenumfeld von negativen Überraschungen verschont, werden diese Titel weiter haussieren. Zu den Details:

Kaba: Seit Mitte Oktober hat die Aktie über 16 Prozent dazugewonnen. In der Langfrist-Sicht sind Kaba geradezu ein Traumtitel: Die Aktie des Schliesstechnikspezialisten kletterte seit einem Tiefpunkt im August 2011 bei 246 Franken auf einen Vierzehnjahres-Höchststand von 485 Franken. Wer vor drei Jahren investiert hat, steht heute mit einem Kurszuwachs von fast 90 Prozent da (siehe Chart). Für das nächste Jahr peilt Kaba ein Wachstum von 3 bis 5 Prozent und eine EBITDA-Marge auf dem Vorjahreswert von 15,5 Prozent an. Mittelfristig kann Kaba laut den Analysten der Bank Vontobel mit 5 oder 6 Prozent wachsen und Margen bis 18 Prozent erreichen. Negativ treffen würden die Titel eine unerwartet starke Abschwächung der Baukonjunktur - der Umsatzanteil von Kaba in diesem Sektor beträgt 60 Prozent.

Kaba-Aktienkursentwicklung seit August 2011

Straumann: Die Aktie des Dentalimplantateherstellers hat seit Mitte Oktober 23 Prozent an Wert zugelegt und steht derzeit bei 245 Franken. Das letzte Mal so hoch stand die Aktie Mitte 2011. Der Tiefpunkt war Ende 2012 bei 98 Franken erreicht. Good News kamen Ende Oktober, als Straumann eine Kooperation mit Patterson ankündigte, einem der grössten Verteiler zahnärztlicher Produkte in den USA. Zudem lancierte der Konzern das Implantatpaket "Straumann One", für einfache Fälle, die von einem allgemeinen Zahnarzt behandelt werden können. Laut der Bank Vontobel ist das ein Schlag für die Straumann-Konkurrenten, Marktanteilsgewinne scheinen programmiert. Kurstrigger sind nach einer aktuellen Marktstudie der Zürcher Kantonalbank (ZKB) Nordamerika und die Schwellenländer. Risiken für Straumann wären ein Abschwächen des US-Wachstums und der immer noch grosse Umsatzanteil der europäischen Märkte. Der Titel ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 23,5 auf der teuren Seite und daher anfällig auf Kurskorrekturen bei "Bad News".

Banque Cantonale Vaudoise (BCV): Die Aktie der grössten Westschweizer Staatsbank befindet sich bei 528 Franken auf dem Jahreshöchststand. Vor allem sind die BCV-Aktien aber eine Dividendenperle: Die Bank kann es sich leisten, ihre Gewinne fast vollständig auszuschütten und die Dividende Jahr für Jahr um 1 Franken zu erhöhen. Die Dividende soll pro Jahr 22 bis 27 Franken betragen plus eine ausserordentliche, steuerfreie Dividende von 10 Franken aus der Kapitaleinlagenreserve. Für 2014 erwartet die ZKB eine Dividendenrendite von 6,3 Prozent, für das nächste Jahr von 6,5 und für 2016 gar 6,7 Prozent. Damit rangiert die Bank unter den zehn grössten Renditebringern aller an der Schweizer Börse SIX kotierten Gesellschaften. Die BCV kann eine Kapitalbasis von 17,1 Prozent (Juni 2014) aufrechterhalten und flösst damit den Investoren Vertrauen ein. Als Risken für die Bank gelten angesichts der Tiefstzinsen ihre hohe Abhängigkeit vom Zinsdifferenzgeschäft, das etwa die Hälfte des Ertrags ausmacht, sowie der US-Steuerstreit. Die Bewertung der Aktie mit gut 14 ist nicht überteuert.