«Diffamierende Bemerkungen» - Straumann geht gerichtlich gegen MegaGen-CEO vor

Die Auseinandersetzung zwischen dem Dentalimplantatehersteller Straumann und seinem südkoreanischen Mitbewerber MegaGen geht offensichtlich auf verbaler Ebene weiter.
24.03.2017 17:18
Der Hauptsitz von Straumann in Basel.
Der Hauptsitz von Straumann in Basel.
Bild: ZVG

So hat Straumann gegen den MegaGen-CEO Kwang Bum Park bei einem deutschen Gericht eine einstweilige Verfügung erwirkt. Park solle seine "diffamierenden Bemerkungen" über Straumann unterlassen, teilte das Unternehmen am Freitag mit.

Park habe diese Bemerkungen am Mittwoch in einem Interview mit "IDS Today" gemacht, einem Magazin zur Fachmesse Internationale Dental-Schau (IDS), die derzeit in Köln Deutschland stattfinde. Park habe "verleumderische" Bemerkungen über Straumanns Geschäftsansatz auf ethischer Ebene, sowie über die Kundenzufriedenheit, Produktentwicklung und Patientenergebnisse gemacht.

Die Nichtbeachtung der einstweiligen Anordnung könne zu Geldbussen bis zu 250'000 EUR führen, so Straumann. Die einstweilige Verfügung sei jedoch kein endgültiges Urteil.

"Uns wurde bewusst, dass eine Partnerschaft mit einem Unternehmen, dessen Geschäftsansatz auf ethischer Ebene so weit von unserem entfernt ist, nicht infrage kommt", kann in dem Online verfügbaren Interview mit Park nachgelesen werden. Im Rahmen der Abschlussverhandlungen habe man das Ausmass der Unterschiede gesehen: der angebotene Preis habe weit unter dem in früheren Verhandlungen vereinbarten geschätzten Wert gelegen, so Park.

Straumann und MegaGen hatten vor rund einem Monat ihre Geschäftsbeziehungen beendet - die Basler gaben Ende Februar ihre Pläne zur Kontrollübernahme der Südkoreaner auf. Bereits im Sommer war es zu Auseinandersetzungen über den Kaufpreis gekommen und MegaGen hatte daher ein Schiedsgericht angerufen. Die Option zur Übernahme von MegaGen hatte sich Straumann im März 2014 gesichert.

(AWP)