Digitalisierung - ABB-CEO: Sind mit unserem digitalen Angebot führend

ABB-CEO Ulrich Spiesshofer widerspricht der Darstellung, sein Unternehmen hinke der Konkurrenz in Sachen Digitalisierung hinterher, wie verschiedentlich immer wieder zu lesen ist.
28.09.2017 11:30
Ulrich Spiesshofer, CEO ABB.
Ulrich Spiesshofer, CEO ABB.
Bild: cash

"Das hat vielleicht für die öffentliche Wahrnehmung gegolten, aber nicht für unser digitales Angebot. Da waren wir immer führend", sagte er in einem Interview mit der "Handelszeitung" auf eine entsprechende Frage. Entscheidend sei nicht die Lautstärke der Kommunikation, sondern die Substanz.

Mit der Verpflichtung von Guido Jouret als Chief Digital Officer vor knapp einem Jahr, der Lancierung von ABB Ability und der Einführung von 180 Lösungspaketen für die Industrie im März 2017 habe ABB ein IoT-Startup auf die Reihe gebracht, das seinesgleichen suche.

Auf die Behauptung, dass GE die Digitalisierung schneller und früher hingekriegt habe, entgegnete Spiesshofer: "Mit ABB Ability brauchen wir keinen Wettbewerber zu fürchten, weil wir hervorragend aufgestellt sind." Bereits vor 40 Jahren habe ABB Steuerungssoftware entwickelt.

Zur Aussage, dass im Bereich Robotik trotz der Deklamation als neuer "Rockstar" bei ABB die Margen sänken, meinte Spiesshofer: "Wir geben keine Zahlen zu unserem Robotik-Geschäft bekannt, nur die Zahlen der Gesamtdivision Robotics und Motion. Die Marge der Division ist also eine Mischmarge von Robotics, Antrieben und Motoren. Nein, die Marge ist nicht das Problem bei Robotics, der Bereich und die Marge entwickeln sich hervorragend."

Wachstumsziel bestätigt

Weiter bestätigte Spiesshofer das mittelfristige Wachstumsziel. "Ich gehe davon aus, dass wir mit dem Abschluss der Planungsperiode bis 2020 diese Ziele erfüllen."

Er verteidigte zudem die Anfang Woche bekanntgegebene Übernahme der Sparte Industrial Solutions von GE, welche teilweise wegen der geringen Marge des zugekauften Geschäfts kritisiert wurde. "Wir haben einen klaren Plan, wie wir die Profitabilität von GE Industrial Solutions auf ein wettbewerbsfähiges Niveau heben können", bestätigte er Aussagen vom Montag.

Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters versicherte Spiesshofer derweil, dass es "nicht allzu lange" dauern werde, bis ABB Kapital an die Aktionäre zurückführen werde. Mit der Akquisition der GE-Sparte von Anfang Woche hatte ABB auch bekanntgegeben, dass das angekündigte Aktienrückkaufprogramm vorläufig auf "Hold" gesetzt werde. Der Startschuss für das Programm war aber ohnehin noch nicht gefallen.

(AWP)