Digitalwährungen - Krypto-Crash übertrifft nun das Dot-Com-Ausmass

Der grosse Crash von Kryptowährungen 2018 ist langsam rekordverdächtig.
16.09.2018 05:25
Illustration von Bitcoin-Token.
Illustration von Bitcoin-Token.
Bild: Bloomberg

Die virtuellen Währungen sind in der abgelaufenen Woche in neue Tiefen abgestürzt. Damit hat der "MVIS CryptoCompare Digital Assets 10 Index" seinen Verlust gegenüber einem Hoch im Januar auf 80 Prozent ausgeweitet. Das ist mehr als der Einbruch von 78 Prozent beim Nasdaq Composite Index nach dem Platzen der Dot-Com-Blase im Jahr 2000.

Wie ihre Vorgänger während des Internet-Aktienbooms vor fast zwei Jahrzehnten erleiden auch die Kryptowährungs-Investoren, die groß auf eine scheinbar revolutionäre Technologie gewettet haben, einen schmerzhaften Realitätsschock.

Die Kryptowährungs-Manie von 2017 - angetrieben von Hoffnungen, dass Bitcoin zu "digitalem Gold" werden und Blockchain-betriebene Token alle Branchen, von Finanzen bis Lebensmittel umgestalten werden - ist schnell der Sorge um exzessiven Hype, Sicherheitslücken, Marktmanipulation, strengere Regulierung und langsamer als angenommene Einführung an der Wall Street gewichen.

Crypto-Bullen lehnen negative Vergleiche mit der Dot-Com-Ära ab. Sie verweisen auf die Erholung der Nasdaq auf neue Hochs 15 Jahre später und auf die massiven Auswirkungen des Internets auf die Gesellschaft. Sie betonen außerdem, dass sich Bitcoin von früheren Abstürzen ähnlicher Größenordnung erholt hat.

Aber selbst wenn die Optimisten recht haben sollten und die Kryptowährungen schließlich die Welt verändern, hat der diesjährige Ausverkauf gezeigt, dass der Fortschritt wahrscheinlich nicht reibungslos verläuft.

(Bloomberg)