Distributed Ledger - Telefónica macht Schulden über die Blockchain

Telefónica Deutschland hat erstmals einen Schuldschein mit Hilfe der Blockchain-Technologie platziert. Die Telekomfirma verspricht sich davon auf lange Sicht Einsparungen.
13.01.2018 05:12
Die Blockchain-Technologie ist auch Basis von Digitalwährungen.
Die Blockchain-Technologie ist auch Basis von Digitalwährungen.
Bild: Pixabay

Orderbücher für den Schuldschein öffneten am Donnerstag, und die Transaktion wird von der DZ Bank AG und der Landesbank Baden-Württemberg begleitet, teilten die Unternehmen mit. Die LBBW bietet dabei eine Tranche mit einer Laufzeit von einem Jahr an, die über die Blockchain abgewickelt werden soll, sowie traditionelle Tranchen mit Laufzeiten von sieben bis 15 Jahren.

Während es einen fraglichen Anstieg an Unternehmensveröffentlichungen gibt, die das Wort "Blockchain" enthalten und einen Ansturm auf Aktien, die mit der neuen Technologie in Verbindung gebracht werden, versichern sowohl Telefónica Deutschland als auch die LBBW, dass es sich nicht um einen Marketingtrick handelt.

Die Transaktion, die über eine private Blockchain erfolgt, bringt den Unternehmen weitere Expertise für andere Unternehmensprozesse und man sammle Erfahrungen, um den Schuldscheinverkauf weiter zu automatisieren, sagten sie.

Mehr Transparenz und Effizienz

"Wir haben Testläufe vorgenommen und bereits das Potenzial von Blockchain erkannt: Alle Parteien sehen, was in Echtzeit auf ihren Bildschirmen passiert, es gibt mehr Transparenz", sagte Albert Graf, Leiter Corporate Finance von Telefónica Deutschland. "Wir als Emittentin wollen von diesen Effizienzgewinnen profitieren und zu den ersten Anbietern zählen, wenn diese Technologie breiter eingesetzt wird."

Laut Telefónica halbiert Blockchain die Zeit für den Schuldschein-Verkauf, denn Order können elektronisch und in Echtzeit aufgegeben werden. Der Telekommunikationskonzern, sowie seine Konkurrenten Deutsche Telekom und Vodafone Group, stehen unter dem Druck, die Kosten für die Verwaltung von Millionen von Kundenkonten zu senken und neue Einnahmequellen zu erschliessen, während sich der Wettbewerb intensiviert.

Die LBBW, die bereits eine ähnliche Transaktion mit der Daimler im Juni vorgenommen hat, planen für dieses Jahr weitere Blockchain-Transaktionen und setzt auf die Technologie, um die Platzierung von Schuldscheinen zu automatisieren. Derzeit ist der gesamte Prozess noch wie in den 1980er Jahren - bis zum Senden von Dokumenten per Fax.

"Ein Schuldschein ist ein standardisiertes Produkt mit einem hohen Anteil an manueller Arbeit", sagte Joachim Erdle, Leiter Corporate Finance der LBBW. "Deshalb ist das Produkt ideal für den Übergang zur Blockchain."

(Bloomberg)