«Dividenden haben weiter Priorität»

Laut Credit-Suisse-Chef Brady Dougan hat die CS beim Kapitalaufbau ein wichtiges Zwischenziel erreicht. Im Video-Interview erklärt er auch, wie sich die Bank die künftige Dividendenpolitik vorstellt.
12.02.2015 11:39
Brady Dougan, CEO der Credit Suisse.
Bild: cash

Mit dem Erreichen einer Kernkapitalquote von 10,2 Prozent hat die Grossbank Credit Suisse eines ihrer für 2014 gesteckten Ziele erreicht. Dies sei jedoch nur ein Zwischenziel, denn man werde weiteres Kernkapital aufbauen, sagte CEO Brady Dougan im Video-Interview.

Dabei bleibe es aber ein Hauptziel der CS, Geld an die Aktionäre auszuschütten. Die Dividende von 70 Rappen - Analysten hatten zum Teil weniger erwartet - sei daher nachhaltig. "Wir bieten den Investoren auch an, die Dividende in neuen Aktien zu beziehen, weil viele unserer Aktionäre dies mögen." Die CS sei gut positioniert und verfüge über die notwendigen Entwicklungsmöglichkeiten und den nötigen Kapitalaufbau, um Dividenen auszuzahlen.

Trotz der Währungsturbulenzen die exzessive Frankenaufwertung nach dem SNB-Entscheid vom 15. Januar habe das neue Geschäftsjahr gut begonnen, sagte Dougan weiter. "Wir entwickeln uns in etwa so wie im vergangenen Jahr." Der CS-Chef hofft, dass sich die Finanzmärkte etwas beruhigen werden. "Unsere Kunden werden hoffentlich etwas zuversichtlicher bei der Frage, wo sich die Märkte hinbewegen werden."

Geldabflüsse "technisch bedingt"

Die CS hat mit ihrem Jahres- und Viertquartalsergebnis allerdings auch angekündigt, dass sie wegen der Frankenstärke 200 Millionen Franken einsparen wolle und dass Arbeitsplätze ins Ausland verlagert würden. Die Aufgabe der Anbindung des Franken an den Euro habe aber auch positive Auswirkungen. Credit Suisse rechnet unter anderem wegen eines steigenden Handelsvolumens bei Devisen mit zusätzlichen Erträgen von bis zu 100 Millionen Franken.

Die Geldabflüsse von drei Milliarden Franken im strategischen Geschäft von Private Banking und Wealth Management haben vor allem mit technischen Aspekten in Brasilien zu tun. Insgesamt zeigte sich Dougan zufrieden mit den erzielten Neugeldzuflüssen im 4. Quartal: "Das Geschäft entwickelte sich recht gut."

Dougan nimmt im Video-Interview auch Stellung zur Reduzierung der Boni und der Salärzuteilungen für Top-Management und Verwaltungsrat.

(cash/AWP)