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«Dividenden-Monate sind gute Monate»

Die kommenden Wochen werden für den Schweizer Aktienmarkt positiv verlaufen, sagt Eric Steinhauser im cash-Börsen-Talk. Laut dem Anlagechef der Privatbank Rahn & Bodmer stehen dabei drei Aktien im Fokus.
07.03.2014 01:00
Von Ivo Ruch
Eric Steinhauser: «Es spricht vieles für Aktien.»
Bild: cash

Der Schweizer Aktienmarkt wird sich in der nächsten Zeit positiv entwickeln. Das sagt Eric Steinhauser im cash-Börsen-Talk. Der Anlagechef der Zürcher Privatbank Rahn & Bodmer traut insbesondere den Monaten der Dividendensaison einiges zu: "Seit 1993 sind die Monate März, April und Mai statistisch gesehen eher bessere Börsenmonate."

Dieser Umstand erlaube es durchaus, vor der Dividendenausschüttung einzelner Aktien einzusteigen, weil der Abschlag häufig wieder wettgemacht werde, so Steinhauser. Das geschah zum Beispiel mit den Genussscheinen von Roche am Donnerstag, die wegen des Dividendenabschlages mit über zwei Prozent Minus in den Handel gingen, den Tag aber nur noch leicht negativ beendeten. Vor einer solchen Investition sollten allerdings die Bewertung und Aussichten eines Unternehmens als Massstab genommen werden.

Drei Titel mit Potenzial

Besonders zuversichtlich ist Steinhauser für die Syngenta-Aktien: "Die Titel haben Aufholpotenzial. Ein Kurs von 360 bis 380 Franken ist in den nächsten Wochen durchaus möglich."

Der Agrarchemiekonzern gehörte im vergangenen Jahr noch zu den grossen Verlierern im Swiss Market Index (SMI). Seit dem Kurstaucher auf 306 Franken Anfang Februar hat die Aktie allerdings gegen 10 Prozent zugelegt. Kürzlich erhielten die Basler zudem die Zulassung für ein Fungizid im Schlüsselmarkt Brasilien.

Als Alternative zu Syngenta nennt Steinhauser die Titel von Bucher. "Das Unternehmen profitiert unter anderem vom Landmaschinenmarkt in Indien und China. Bucher und Syngenta produzieren viel im Ausland und leiden weniger unter dem starken Franken", so Steinhauser. Der Industriekonzern Bucher hat 2013 einen Rekordgewinn verbucht und seinen Aktionären eine höhere Dividende in Aussicht gestellt.

Ebenfalls vor einem guten zweiten Geschäftsquartal stehe Carlo Gavazzi. "Die Elektronikgruppe hat eine hohe Rentabilität, weil sie eine hohe Marge durchsetzen können", sagt Steinhauser. Zudem bietet Carlo Gavazzi mit 4,5 Prozent eine attraktive Dividendenrendite. In diesem Jahr hat der Gavazzi-Titel bereits rund 5,5 Prozent zulegen können.

Keine Gefahr von der Ukraine

An den positiven Aussichten für den Schweizer Markt ändert auch die Krise in der Ukraine nichts. Erstens schätzt Steinhauser das Eskalationspotenzial in der Ukraine als gering ein, und zweitens sei das Land wirtschaftlich von geringer Bedeutung.

Das Säbelrasseln zwischen Russland und der Ukraine hatte die Börsen am Montag weltweit auf eine rasante Talfahrt geschickt. Ebenso schnell haben sich die Märkte aber auch wieder beruhigt. "Die Gegenbewegung vom Dienstag zeigt, dass optimistische konjunkturelle Signale in Europa und den USA vorhanden sind", so Steinhauser.

Diese guten Anzeichen könnten aber laut Eric Steinhauser in Zukunft von der amerikanischen Notenbank (Fed) auf die Probe gestellt werden. Steinhauser erwartet, dass das fortschreitende Tapering der Fed mittel- bis langfristig Gefahren für die Finanzmärkte berge. "Wenn die Fed zu einer normalen Geldpolitik zurückkehrt, ist es fraglich, ob die Unternehmen ähnliche Gewinne schreiben werden, wie zu Zeiten der ultralockeren Geldpolitik", so Steinhauser.

Eric Steinhauser äussert sich im cash-Börsen-Talk auch zum Anlegerverhalten im Falle einer erneuten Eskalation der Ukraine-Krise.