Dividendenperlen mit Überraschungspotenzial

Eine prominente US-Bank sagt, welche europäischen Unternehmen in Zukunft mit höheren Dividenden aufwarten könnten. Neben den Aktien von Lindt & Sprüngli schaffen es drei weitere Schweizer Titel auf die Liste.
28.07.2014 08:33
Von Lorenz Burkhalter
Eher überraschend auf der Liste zukünftiger Dividendenperlen: Die Aktien von Lindt & Sprüngli.
Eher überraschend auf der Liste zukünftiger Dividendenperlen: Die Aktien von Lindt & Sprüngli.
Bild: cash

Die Jagd nach Rendite treibt mittlerweile seltsame Blüten. Anstatt auf Aktien mit einer hohen Dividendenrendite setzen Anleger schon seit Wochen viel lieber auf stolz bewertete Wachstumsaktien.

In einer Strategiestudie bricht Citigroup nun allerdings eine Lanze für europäische Dividendenperlen. Der steigende Risikoappetit der Anleger schaffe in diesem Bereich Kaufgelegenheiten.

Die Studienverfasser nennen 44 europäische Unternehmen, welche das Zeug haben, mit ihrer zukünftigen Dividendenpolitik positiv zu überraschen. Aus Schweizer Sicht schafft es neben Adecco, Richemont und Swatch auch Lindt & Sprüngli als Neuzugang auf die Liste. Das überrascht insofern, als der Hersteller von Premiumschokolade vor weniger als zwei Wochen in den USA mit Russel Stover die grösste Übernahme in der Firmengeschichte bekanntgegeben hatte. Auch wenn zum Kaufpreis keine Angaben gemacht wurden: Es darf angenommen werden, dass dieser den finanziellen Spielraum für zukünftige Dividendenerhöhungen einschränken könnte.

Dividendenpolitik wichtig für die Gesamtrendite

Auf der Liste der aussichtsreichsten Dividendenperlen sind ausserdem die Aktien von Continental, Valeo, Heineken, SABMiller, Bayer, Yara International, Assa Abloy, BT Group, ABF, Ahold, Delhaize Group, E.ON, Gas Natural, RWE, Philips Electronic, Smiths Group, Kingfisher, Henkel, AP Moller-MaerskAlfa Laval, Atlas Copco, GEA Group, IMI, BSkyB, ITV, Publicis, Randgold Resources, Rio Tinto, Telenor, Technip, Beiersdorf, Merck, Novo Nordisk, Novozymes, Dassault Systemes, Aggreko, Wolseley, Infineon Technologies, Swedish Match und Whitbread zu finden.

Den Strategen zufolge liegen die Aktienkurse in Europa noch immer deutlich unter ihren Höchstständen vom Frühjahr 2007. Unter Berücksichtigung der Dividendenausschüttungen seien diese Höchststände mittlerweile jedoch um 6 Prozent übertroffen worden. In der Zeit seit 1969 hätten die Dividenden rund 40 Prozent zu dieser Gesamtrendite beigetragen. Der Dividendenpolitik einzelner Unternehmen werde daher eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zuteil, schreiben die Experten in ihrer Studie weiter.