Dividendenstarker SIX-Neuzugang - Börsengang von Galenica Santé soll ein Erfolg werden

Seit heute Montag können Anleger Aktien von Galenica Santé zeichnen. Die Publikumsöffnung hat alle für einen Erfolg nötigen Zutaten, weshalb Analysten zur Teilnahme am Börsengang raten.
27.03.2017 08:34
Von Lorenz Burkhalter
Seit heute können Anleger die Aktie von Galenica Santé bei ihrer Bank zeichnen.
Seit heute können Anleger die Aktie von Galenica Santé bei ihrer Bank zeichnen.
Bild: ZVG

Galenica macht vorwärts: Am Freitag nach Börsenschluss gab der Berner Gesundheitskonzern weitere Detailinformationen zum geplanten Börsengang des Apotheken- und Logistikgeschäfts Galenica Santé bekannt. Mit dem Erlös werden Überbrückungskredite für die im vergangenen Spätsommer übernommene Relypsa abgelöst.

Ab heute Montag können Anleger die Aktie innerhalb einer Preisspanne von 31 bis 39 Franken zeichnen. Zeit bleibt ihnen voraussichtlich bis zum 6. April. Sollte der Börsengang auf eine gute Nachfrage stossen, könnte die Zeichnungsfrist womöglich sogar vorzeitig beendet werden.

Von der Preisspanne lässt sich auf einen Unternehmenswert zwischen 1,55 und 1,96 Milliarden Franken schliessen. Damit kommen die zwischen 37,5 und 43,125 Millionen angebotenen Aktien selbst am oberen Ende der Spanne insgesamt etwas günstiger an die Börse als von Analysten im Vorfeld erwartet worden war.

Aktie wird eine Dividendenperle

Wie es in Expertenkreisen heisst, hat die Publikumsöffnung alle Zutaten, um zu einem Erfolg zu werden. Dabei wird sowohl auf die bereits bekannten Mittelfristziele für Galenica Santé sowie auf die geplante Ausschüttungspolitik verwiesen.

Die Aktie des Mutterkonzerns Galenica hatte zuletzt einen schweren Stand (Quelle: www.cash.ch)

Eigenen Angaben zufolge strebt der Börsendebütant mittelfristig ein organisches Umsatzwachstum von jährlich 3 Prozent bei einem überproportionalen Wachstum des operativen Gewinns (EBIT) von 4,5 Prozent an. Diese Zielgrössen sind Analysten zufolge zwar ambitioniert, aber machbar.

Gut kommen aber vor allem die Dividendenpläne an. Auf Basis der für das Geschäftsjahr 2017 geplanten Ausschüttung von 75 bis 80 Millionen Franken wird die Aktie je nach Emissionspreis eine Dividendenrendite zwischen 3,8 und 5,2 Prozent aufweisen. Dank millionenschweren Kapitaleinlagereserven dürfen sich die Anteilseigner auf Jahre hinaus über eine steuerbefreite Ausschüttung freuen.

Der für die MainFirst Bank tätige Analyst rät Anlegern selbst am oberen Ende der Preisspanne zur Teilnahme an der Publikumsöffnung von Galenica Santé. Er erachtet die dividendenstarke Aktie des Börsendebütanten als äusserst attraktiv. Wenig gute Worte findet der Experte hingegen für das in Zukunft unter Vifor Pharma weitergeführte Pharmageschäft. Diesem sagt er für die Jahre 2017/18 sogar rote Zahlen nach. Das erklärt auch, weshalb der Analyst die Aktie des derzeit noch kombinierten Unternehmens mit "Underperform" und einem Kursziel von 1'000 Franken zum Verkauf empfiehlt.

Sein Berufskollege von Jefferies glaubt nicht, dass Galenica Santé am oberen Ende der Preisspanne an die Börse kommt und stuft die Aktie des kombinierten Unternehmens vor allem deshalb ebenfalls mit "Underperform" und einem 1'080 Franken lautenden Kursziel ein.

Was machen die beiden Galenica-Grossaktionäre?

Damit sind die beiden Analysten nicht alleine. Wie Erhebungen der Nachrichtenagentur AWP zeigen, wird die Galenica-Aktie bei zwei Banken positiv, bei zwei Banken neutral und bei zwei weiteren Banken negativ eingeschätzt.

Noch ist unklar, ob auch die beiden Grossaktionäre Martin Ebner und Remo Stoffel Aktien von Galenica Santé zeichnen werden. Der bekannte Financier Martin Ebner und seine Frau halten über die BZ Bank und die Beteiligungsgesellschaft Patinex 20,38 Prozent an Galenica. Der Immobilier Remo Stoffel kontrolliert hingegen 8,22 Prozent der Stimmen. Beobachter schliessen nicht aus, dass die beiden Grossaktionäre auch in Zukunft am Apothekengeschäft beteiligt bleiben wollen.