Dividendenverzicht - Zur-Rose-Gruppe schreibt wegen Sonderfaktoren einen Verlust

Die Apothekengruppe Zur Rose ist im Jahr 2016 gewachsen, erlitt aber von Sondereffekten belastet einen Verlust.
11.04.2017 09:00
In einem Flagship-Store der Apotheke Zur Rose.
In einem Flagship-Store der Apotheke Zur Rose.
Bild: ZVG

Bei einer leicht tieferen Bruttomarge von 15,0% (VJ 15,1%) rutschte das Betriebsergebnis auf Stufe EBITDA auf 2,1 Mio CHF von zuvor 15,1 Mio ab, wie es in einer Mitteilung vom Dienstag heisst. Auf EBIT-Stufe weist die Zur Rose-Gruppe einen Verlust von 7,1 Mio (VJ Gewinn 8,4 Mio) und beim Unternehmensergebnis ein Minus von 12,8 Mio nach einem Plus von 3,4 Mio aus.

Auf die Gewinnentwicklung drückten Kosten einer breit angelegten Marketingoffensive für Doc Morris in Deutschland sowie für die Eröffnung des ersten Flagship-Stores in Bern (9 Mio CHF), Investitionen in die IT-Systeme (2 Mio) und Aufwendungen im Zusammenhang mit der im vergangenen Jahr durchgeführten Kapitalerhöhung (3 Mio). Um diese Aufwendungen bereinigt läge das Ergebnis auf Vorjahresniveau.

Beschleunigtes Wachstum

Dank der Marketingoffensive gelang es Zur Rose aber, das Wachstum zu beschleunigen. Wie bereits Anfang Februar gemeldet, stieg der Umsatz im Berichtsjahr um 5,4% auf 880 Mio CHF. Damit sieht sich die Zur Rose-Gruppe in ihrer Wachstumsstrategie bestätigt.

Besonders starkes Wachstum verzeichnete Doc Morris, wo der Umsatz um 12% auf 361 Mio CHF gesteigert wurde. Dabei nahmen die Verkäufe rezeptfreier Arzneimittel (OTC) um satte 50% zu, womit in diesem Geschäft erstmals die 100-Millionen-Euro-Umsatzschwelle überschritten wurde. Ein im Oktober 2016 vom Europäischen Gerichtshof beseitigtes Handelshemmnis werde den Verkauf von OTC-Medikamenten in Zukunft weiter begünstigen, heisst es.

Bei der Marke Zur Rose fiel das Umsatzwachstum mit knapp 2% auf 531 Mio CHF geringer aus. Dabei wuchs Zur Rose im Ärztegeschäft Schweiz mit 4% am stärksten. Auf der Gegenseite reduzierte sich der Umsatz des B2C-Geschäfts um 7%. Dabei habe man auf nicht profitable Umsätze im Bereich Specialty Care verzichtet und nach dem Bundesgerichtsurteil aus dem Jahr 2015 seien im OTC-Geschäft Schweiz erneut Verkäufe weggefallen.

Indessen nahmen die OTC-Verkäufe an Privatkunden zu. Und mit der Eröffnung weiterer stationärer Apotheken in Kooperation mit der Migros im Sommer 2017 werde die Omni-Channel-Strategie dem Geschäft weiteren Auftrieb verleihen.

Verzicht auf Dividende

Mit Blick auf die langfristige Entwicklung der Zur Rose-Gruppe erachte es der Verwaltungsrat als richtig, die Finanzmittel im Unternehmen zu belassen, um damit auch 2017 fortgesetzt das Wachstum zu finanzieren, heisst es. Aus diesem Grund verzichtet die Gruppe in diesem Jahr auf die Ausschüttung einer Dividende.

Derweil wird der Generalversammlung vom 4. Mai den Aktionären die Wahl von Heinz Baumgartner in den Verwaltungsrat vorgeschlagen. Er ist seit 2008 CEO der Schweiter Technologies AG in Horgen. Die zeitlich begrenzte Erhöhung auf sieben VR-Mitglieder stehe im Zusammenhang mit dem altersbedingten Rücktritt von Lukas Wagner im Jahr 2018.

Weiteres Wachstum

Im ersten Quartal 2017 habe die Gruppe ihre Wachstumsdynamik verstärkt fortgesetzt, heisst es im Ausblick. Laut vorläufigen Zahlen nahm der Umsatz um 7% auf 229 Mio CHF zu. Dabei seien die operativen Segmente nach IFRS 8 neu definiert und die Aktivitäten im deutschen Markt unter den beiden Marken "Doc Morris" und "Zur Rose" im Segment Deutschland zusammengefasst worden.

Das Segment Schweiz unter der Marke Zur Rose steigerte den Umsatz im ersten Quartal um 2% auf 117 Mio CHF. Im Segment Deutschland erhöhten sich die Verkäufe um 13% auf 112 Mio. Hauptwachstumstreiber war wiederum der Versand rezeptfreier Arzneimittel durch Doc Morris in Deutschland.

Im Gesamtjahr 2017 will Zur Rose die "führende Stellung" im Arzneimittelversand in Europa weiter auszubauen. In Deutschland soll die Fortsetzung der Mediakampagne das nachhaltige Wachstum von Doc Morris begünstigen. Im Heimmarkt Schweiz will man im Kerngeschäft, unterstützt durch die neuen Vertriebskanäle, weitere Impulse setzen.

(AWP)