Dollar-Anstieg belastet Asiens Börsen - ausser in Japan

Kursgewinne des Dollar haben in Asien die Angst vor verstärkten Kapitalabflüssen geschürt und die dortigen Aktienmärkte belastet.
14.11.2016 08:35
Tacho eines Honda-Motorrades: Die japanische Börse gibt auch am Montag Gas.
Tacho eines Honda-Motorrades: Die japanische Börse gibt auch am Montag Gas.
Bild: Pixabay

Die US-Währung stieg auf ein Neun-Monats-Hoch zum Euro, weil Anleger eine steigende Inflation und wachsende Haushaltsdefizite in den Vereinigten Staaten erwarten. Hintergrund sind die vom designierten Präsidenten Donald Trump angekündigten Pläne zur Ankurbelung der Wirtschaft. Börsianer gehen davon aus, dass die Attraktivität von US-Anlagen zunehmen wird und Investoren daher Kapital aus Schwellenländern abziehen. Diese Aussicht drückte den MSCI-Index für Aktien aus der Region Asien/Pazifik ohne Japan, der mehr als ein Prozent verlor.

Gegen den Trend legte die Tokioter Börse zu. Sie profitierte vom schwachen Yen, der die Exportchancen heimischer Firmen verbessert, und einem unerwartet starken Wirtschaftswachstum in Japan. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss 1,7 Prozent höher bei 17.673 Punkten. Das japanische Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs zwischen Juli und September auf das Jahr hochgerechnet um 2,2 Prozent, während Analysten nur ein Plus von 0,9 Prozent erwartet hatten.

Der Dollar stieg um 0,7 Prozent auf 107,43 Yen. Damit notierte er gegenüber der japanischen Währung auf dem höchsten Niveau seit Juni. "Die Märkte sind erleichtert, dass es bei den US-Präsidentenwahlen eine eindeutige Entscheidung gegeben hat", sagte Hiroki Allen vom Vermögensverwalter Superfund Japan. "Das Vertrauen in den US-Dollar ist zurückgekehrt." Auch gegenüber anderen wichtigen Währungen legte der Greenback zu, der Euro lag mit 1,0773 Dollar zeitweise auf dem niedrigsten Stand seit Januar.

Nach der Wahl von Trump zum US-Präsidenten spekulieren Anleger auf ein schuldenfinanziertes Konjunkturprogramm und Steuersenkungen, die die Inflation ankurbeln könnten. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung der US-Notenbank (Fed). Dies hatte zu einem massive Ausverkauf bei US-Staatsanleihen geführt und deren Renditen in die Höhe getrieben. 

(Reuters)