Dow Jones gibt nach - Anleger befürchten straffere US-Geldpolitik

Der Dow Jones Industrial hat nach der Kurserholung vom Vortag wieder an seine jüngste Verlustserie angeknüpft. Das Minus fiel aber am Mittwoch moderat aus.
29.03.2017 22:37
Sorgenfolle Blicke der Trader an der Börse in New York. Steigen die Zinsen weiter?
Sorgenfolle Blicke der Trader an der Börse in New York. Steigen die Zinsen weiter?
Bild: Bloomberg

Gesprächsstoff boten Aussagen von Notenbankmitgliedern, die auf eine etwas straffere Geldpolitik als bislang gedacht hindeuten könnten.

Der Dow fiel um 0,20 Prozent auf 20 659,32 Punkte. Für den breiter gefassten S&P 500 aber ging es um 0,11 Prozent auf 2361,13 Punkte nach oben. Der Technologie-Auswahlindex Nasdaq 100 stieg um 0,43 Prozent auf 5430,27 Punkte.

Das Fed-Mitglied Eric Rosengren zum Beispiel hatte sich für vier Leitzinserhöhungen im laufenden Jahr ausgesprochen. Bisher werden von den Notenbankern für 2017 im Mittel insgesamt drei Zinserhöhungen um jeweils 0,25 Prozentpunkte erwartet. Höheren Zinsen können Aktien gegenüber festverzinslichen Anleihen unattraktiver machen, sind aber auch ein Zeichen wirtschaftlicher Stärke.

Amazon auf Rekordhoch

Bei den Einzelwerten standen unter anderem Analystenkommentare im Fokus. Kursgewinne von knapp 1 Prozent waren demnach bei den Aktien von Morgan Stanley zu beobachten, nachdem die Deutsche Bank die Titel zum Kauf empfohlen hatte. Analyst Matt O-Connor begründete dies mit dem jüngsten Kursrutsch und seiner Erwartung, dass sich das Geschäft mit festverzinslichen Papieren, Währungen und Rohstoffen schneller und kräftiger verbessern werde als erwartet.

Die Experten von Barclays hatten derweil den kompletten Internetsektor neu in ihre Bewertung aufgenommen. Die einzigen beiden "Underweight"-Empfehlungen des Analysehauses, Groupon und Twitter , entwickelten sich unterschiedlich. Während die Aktien des Kurznachrichtendienstes um 0,67 Prozent zulegten, gaben die Papiere des Schnäppchenportals Groupon um knapp 1 Prozent nach.

Branchengrössen wie Amazon , Facebook oder der Google-Mutterkonzern Alphabet startete Analyst Ross Sandler dagegen mit einem optimistischen "Overweight"-Votum. Die Aktien aller drei Unternehmen legten zu, wobei die Amazon-Anteilsscheine sogar kurz vor Handelsschluss ein Rekordhoch erreicht hatten. Mindestens die nächsten fünf Jahre dürften im US-Internetsektor ganz im Zeichen der mobilen Nutzung stehen, schrieb der Experte. Die meisten Unternehmen hätten ihre Geschäftsmodelle schon dahingehend angepasst. Speziell grosse Marktteilnehmer könnten nun ihre Vorteile ausspielen.

Vertex schnellen hoch

Die Aktien von Vertex Pharmaceuticals schnellten um mehr als 20 Prozent in die Höhe und notieren nunmehr wieder so hoch wie zuletzt im Januar 2016. Damit waren sie der einsame Spitzenreiter im Nasdaq 100. Der Konzern hatte positive Studiendaten zu einer Kombinationstherapie zur Behandlung von Mukoviszidose präsentiert.

An der Dow-Spitze stiegen die Aktien der Ölgesellschaft Chevron um 0,84 Prozent. Die Ölpreise setzten ihre jüngste Erholung beschleunigt fort. Schlusslicht waren die Anteilsscheine des Krankenversicherers UnitedHealth Group mit einem Minus von mehr als 1 Prozent.

Der Kurs des Euro geriet unter Druck und kostete zuletzt 1,0765 US-Dollar. Händler verweisen auf einen Medienbericht, der andeutete, dass die Europäischen Zentralbank (EZB) noch lange an ihrer sehr lockeren Geldpolitik festhalten werde. Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,0748 (Dienstag: 1,0859) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9304 (0,9209) Euro. Am US-Rentenmarkt stiegen richtungweisende zehnjährige Staatsanleihen nach ihren Verlusten am Vortag nun um 10/32 Punkte auf 98 27/32 Punkte. Sie rentierten mit 2,380 Prozent.

(AWP)