Dow Jones: Verluste nach Rekorden und Notenbanker-Aussagen

Auf die Rekordjagd der US-Börsen zu Wochenbeginn sind am Dienstag leichte Gewinnmitnahmen gefolgt.
16.08.2016 22:24
Eine mögliche Zinserhöhung macht den Tradern an der Wall Street zu schaffen.
Eine mögliche Zinserhöhung macht den Tradern an der Wall Street zu schaffen.
Bild: Bloomberg

Aussagen von US-Notenbankern zu einer möglichen Leitzinsanhebung noch in diesem Jahr stimmten die Anleger vorsichtig. Der weiter steigende Ölpreis und auch die neuen Konjunkturdaten lieferten zugleich eher beruhigende Signale für Aktien. Die aktuellen Häuser- und Industriedaten waren überraschend stark ausgefallen, die Inflationsdaten mau gewesen.

Der Dow Jones Industrial schloss mit minus 0,45 Prozent auf 18 552,02 Punkten knapp über seinem kurz zuvor erreichten Tagestief. Der marktbreite S&P-500-Index verlor 0,55 Prozent auf 2178,15 Punkte und der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 büsste 0,62 Prozent auf 4797,19 Zähler ein. Am Vortag waren noch alle drei beflügelt von kräftig gestiegenen Ölpreisen auf Rekordhochs gestiegen.

Baldiger Zinsschritt?

Wie der New Yorker Notenbank-Präsident William Dudley sagte, könnte die Fed womöglich bereits im September die Zinsen anheben, während Dennis Lockhart, Präsident der Notenbank von Atlanta, eine Zinserhöhung bis Jahresende nicht ausschloss. Ein solcher Zinsschritt sei zu erwarten, auch wenn das Wirtschaftswachstum in der weltgrössten Volkswirtschaft zuletzt an Tempo verloren habe, hiess es laut Redetext.

Im Dow Jones gingen die Aktien von Home Depot nach Quartalszahlen und angehobenen Jahresgewinnzielen auf Berg- und Talfahrt. Letztlich gaben sie um 0,61 Prozent nach. Allerdings haben sie seit Mitte 2011 auch um fast 400 Prozent zugelegt. Die weltweite Nummer eins unter den Baumarktketten hatte nach erneuten Zuwächsen im zurückliegenden Quartal die Prognose für das Gesamtjahr angehoben.

Für die Papiere von Morgan Stanley ging es im S&P-100-Index um 1,99 Prozent aufwärts. Der aktivistische Hedgefonds ValueAct Capital von Jeff Ubben gab bekannt, einen zweiprozentigen Anteil an der Investmentbank erworben zu haben.

Weitere Übernahmethemen

Zudem bestimmten erneut Fusions- und Übernahmethemen die Gespräche in den Handelsräumen. So loten die Industriegase-Spezialisten Linde und Praxair einen Zusammenschluss aus. Aktuell liefen vorläufige Gespräche, informierten die Konzerne. Klappt das Geschäft, dann könnte ein neuer Weltmarktführer für Industriegase entstehen. Praxair reagierten auf diese Neuigkeit mit einem Plus von 2,75 Prozent.

Unterdessen ist auch das Ringen des deutschen Pharma- und Agrochemiekonzerns Bayer um den US-Saatguthersteller Monsanto laut einem Pressebericht in eine entscheidende Phase gegangen. In den kommenden Wochen werde sich klären, ob Bayer mit dem US-Unternehmen eine einvernehmliche Lösung finde, schrieb das "Handelsblatt". Bayer sei anderenfalls bereit, sich direkt an die Monsanto-Aktionäre zu wenden. Die Monsanto-Papiere gewannen 0,44 Prozent.

Der Eurokurs lag zur Schlussglocke an der Wall Street bei 1,1278 US-Dollar, nachdem er infolge mauer Inflationsdaten aus den USA zeitweise über 1,13 Dollar gestiegen war. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,1295 (Montag: 1,1180) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8854 (0,8945) Euro. Am US-Rentenmarkt büssten richtungweisende zehnjährige Staatsanleihen 5/32 Punkte auf 99 9/32 Punkte ein und rentierten mit 1,58 Prozent.

(AWP)