Draghi verteidigt umstrittene Nullzinspolitik

EZB-Chef Mario Draghi hat vor dem Europa-Ausschuss des deutschen Bundestages für seine in Deutschland umstrittene Nullzinspolitik geworben.
28.09.2016 15:52
EZB-Chef Mario Draghi.
EZB-Chef Mario Draghi.
Bild: youtube

Die EZB habe mit ihren Massnahmen zur Schaffung neuer Arbeitsplätze und einer besser laufenden Wirtschaft beigetragen, sagte der Italiener am Mittwoch laut Redetext vor den Abgeordneten. In Deutschland komme dies beispielsweise dem Exportgeschäft zugute. Von einer Erholung der Wirtschaft profitierten wiederum die Sparer. "Es liegt also in unser aller Interesse, auch dem der deutschen Sparer, ein möglichst starkes nachhaltiges Wachstum in Deutschland und im Euroraum zu erzielen", sagte Draghi.

Für einen künftigen Anstieg der langfristigen Zinsen seien allerdings mehr Investitionen und Strukturreformen erforderlich - zur Steigerung von Wachstum und Produktivität. Zunächst müssten die Massnahmen der EZB jedoch ihre volle Wirkung entfalten können. "Und dazu müssen andere Politikbereiche sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene wesentlich entschlossener beitragen", sagte Draghi vor den Parlamentariern.

Zusätzlich zu den niedrigen Zinsen kauft die EZB seit März 2015 in grossem Stil Staatsanleihen der Euro-Länder, um für mehr Wachstum und Inflation zu sorgen. Zugleich hat sie damit dazu beigetragen, dass sich hoch verschuldete Länder wie Italien, Spanien und Portugal günstig mit frischem Geld eindecken können. (Reuters)