Drastische Massnahmen bei Notenstein La Roche

Die zur Raiffeisen-Gruppe gehörende Privatbank Notenstein La Roche soll Massnahmenpaket profitabler werden. So soll der Personalbestand um 20 Prozent gesenkt werden.
26.10.2016 09:13
Die Notenstein-Filiale in Luzern.
Die Notenstein-Filiale in Luzern.
Bild: cash

Die Bank hat ein Massnahmenpaket zur Steigerung der Profitabilität angekündigt, das sowohl Kostensenkungen wie auch Ertragssteigerungen umfasst. Dabei sollen "die Struktur, die Prozesse und die Angebotserbringung" der Privatbank überprüft werden. Bis Anfang 2019 soll der Personalbestand um rund 100 Stellen auf noch rund 400 Personen reduziert werden.

Ziel der Massnahmen auf der Kostenseite ist eine Reduktion um 20 Prozent, wie einer Mitteilung von Notenstein La Roche vom Mittwoch zu entnehmen ist. Die Hälfte der Einsparungen soll bei den Sachkosten erfolgten, die andere Hälfte bei den Personalkosten. Im Sommer 2017 will Notenstein La Roche ihre gesamte IT-Plattform erneuern und damit "einen grossen Schritt in Richtung Digitalisierung und Automatisierung" machen. Der Personalbestand werde entsprechend der organisatorischen Entwicklung des Bankhauses angepasst.

Cost-Income-Ratio unter 70 Prozent

Gleichzeitig soll die Ertragsbasis um rund 15 Prozent gesteigert werden. Die Pfeiler dieser Ertragssteigerung seien die Weiterentwicklung der bestehenden Angebotsstruktur sowie die Straffung von Prozessen und Reduktion von Komplexität. Die Privatbank strebe eine "effizientere und noch stärker auf den Kunden ausgerichtete Beratung und stringentere Ergänzung des Raiffeisen-Angebots" an. So soll Notenstein La Roche ab Ende 2017 innerhalb der Raiffeisen-Gruppe die Verwaltung sämtlicher Vermögensverwaltungsmandate übernehmen.

Die Massnahmen sollen Anfang 2019 sollen vollumfänglich umgesetzt sein. Dannzumal will die Bank ein Kosten-Ertrags-Verhältnis (Cost-Income- Ratio) von unter 70 Prozent erreichen. Für das Jahr 2015 hatte Notenstein eine Cost-Income-Ratio von 79,5 Prozent ausgewiesen.

Herausforderndes Umfeld

Mit der Neuausrichtung will Notenstein La Roche dem "herausfordernden Umfeld am Finanzplatz Schweiz" begegnen. Das Institut wolle ein kompetitives Angebot am Markt mit "optimaler Adressierung der Kundenbedürfnisse" sowie "höchsten Anforderungen an die Servicequalität" schaffen. Notenstein La Roche solle zudem als Private-Banking-Kompetenzzentrum innerhalb der Raiffeisen Gruppe gestärkt werden.

Bereits vergangene Woche hatte das Institut eine Verkleinerung der Geschäftsleitung auf fünf von bisher sieben Mitgliedern angekündigt worden, zudem hatte die Bank bereits bekanntgegeben, ab Sommer 2017 auf die Avaloq-Kernbankensoftware umzusteigen.

Notenstein war im Jahr 2012 von der Raiffeisen-Gruppe übernommen worden, und umfasste damals das Nicht-US-Geschäft der im US-Steuerstreit massiv unter Druck geratenen Bank Wegelin. Anfang 2015 hatte das Institut die Basler Bank La Roche übernommen. Per Ende 2015 beliefen sich die Kundenvermögen auf insgesamt 26,5 Milliarde Franken.

(AWP)