Drittes Quartal - UBS-Aktie nach Quartalszahlen gefragt

UBS erzielt einen Quartalsgewinn in Milliardenhöhe. Obwohl das Kerngeschäft einmal mehr enttäuscht und von den Vorabinformationen zum Investorentag keine Impulse ausgehen, setzt die Aktie zu einer Kurserholung an.
25.10.2018 16:51
Von Lorenz Burkhalter
UBS-Chef Sergio Ermotti.
UBS-Chef Sergio Ermotti.
Bild: cash

Gehen vom diesjährigen Investorentag der UBS positive Kursimpulse aus - oder weiss bei der Schweizer Grossbank wenigstens der Zahlenkranz für das dritte Quartal zu überzeugen? Das waren die beiden Fragen, welche die nicht gerade erfolgsverwöhnten Aktionäre zuletzt beschäftigten.

Aus den ersten Unterlagen der heutigen Investorentages weiss man die erste Antwort: Die UBS verschreibt sich neuen Mittelfrist- sowie neuen Bereichszielen. Diese decken sich weitestgehend mit den Markterwartungen. Enttäuscht wird, wer auf eine Erhöhung des Aktienrückkaufprogramms gehofft hatte. 

Die zweite Antwort auf die Aktionärsfragen ist etwas erfreulicher: Dass die UBS für das zurückliegende Quartal einen Konzerngewinn in Höhe von 1,25 Milliarden Franken meldet, dürfte gut ankommen. Analysten hatten mit rund einer Milliarde Franken gerechnet. Allerdings steckt der Teufel einmal mehr im Detail. Gerade das als Kerngeschäft geltende Globale Wealth Management trägt vor Steuern weniger als erhofft zum Konzerngewinn bei. Diesbezüglich werden selbst die tiefsten Prognosen knapp verfehlt.

Realistische neue Mittelfristziele

Beobachter sind deshalb überrascht, dass sich die UBS-Aktie an der Schweizer Börse SIX im schwachen Börsenumfeld behaupten kann. Nachdem sie am Vortag auf ein Zweijahrestiefst gefallen war, gewinnt die Aktie zur Stunde immerhin noch 1,2 Prozent auf 13,40 Franken. Mit 13,70 Franken liegen die Tageshöchstkurse um einiges höher.

Analysten gewinnen dem Zahlenkranz denn auch sowohl positive als auch negative Aspekte ab. Gut kommen die Gewinnbeiträge aus dem Investment Banking und dem Schweizer Firmenkundengeschäft sowie der milliardenschwere Nettoneugeldzufluss im Globalen Wealth Management an. Im Gegenzug zeigt man sich enttäuscht vom Rückgang der Netto-Marge im Globalen Wealth Management von 19 Basispunkten im zweiten Quartal auf 17 Basispunkte im dritten Quartal.

Der für die Bank Vontobel tätige Bankenanalyst hält die neuen Mittelfristziele zumindest auf Konzernebene für realistisch. Die Ziele würden sich weitestgehend im Rahmen der bankeigenen Schätzungen bewegen, so schreibt er. Dass das dritte Quartal besser als erwartet ausgefallen ist, führt der Analyst vorwiegend auf kostenseitige Fortschritte zurück. Er fühlt sich davon in seiner Kaufempfehlung sowie im Kursziel von 21 Franken bestätigt.

Sein Berufskollege bei Julius Bär stösst sich hingegen etwas am Gewinnbeitrag aus dem Globalen Wealth Management. Die Hoffnung sterbe allerdings zuletzt, dass die Situation in diesem Geschäftszweig mit der Zeit eine Verbesserung erfahre, so der Analyst. Er stuft die UBS-Aktie wie bis anhin mit "Hold" ein, kürzt das Kursziel aber auf 17,50 (zuvor 18) Franken.

Die für Morgan Stanley tätige Bankenanalystin sieht in den neuen Mittelfristzielen gar eine Erhöhung der Zielvorgaben. Das gilt insbesondere für das umformulierte Ziel einer Eigenkapitalrendite von 15 Prozent. Sie empfiehlt die Aktie unverändert mit "Overweight" und einem Kursziel von 20 Franken zum Kauf.

Kerngeschäft läuft jedoch eher harzig

Für den Berufskollegen aus dem Aktien-Research von Standard & Poor's ist vielmehr das starke Abschneiden im Investment Banking ein Grund für eine Heraufstufung der Aktie von "Hold" auf "Buy". Er beziffert das 12-Monats-Kursziel neu mit 16 (zuvor 17) Franken.

Seit der strategischen Neuausrichtung gilt das Wealth Management als die Paradedisziplin der UBS. In den letzten Jahren sorgte der Ergebnisbeitrag aus dem Kerngeschäft regelmässig für enttäuschte Gesichter.

Ausserdem lässt sich die aktuelle Geschäftsentwicklung nach der Zusammenführung des Wealth Managements mit dem Wealth Management Americas nur noch schwerlich mit den Vorjahren vergleichen. Darunter leidet die Ergebnistransparenz. Die geplante Umstellung der Berichtswährung von Franken auf Dollar könnte die Vergleichbarkeit zusätzlich erschweren.

Soviel lässt sich aber sagen: Mit einem Beitrag von rund 1 Milliarde Franken verfehlt der Beitrag aus dem Globalen Wealth Management zum Konzerngewinn vor Steuern im dritten Quartal selbst die tiefsten Analystenschätzungen. Mit einem Minus von gut 25 Prozent - den Dividendenabgang vom Mai nicht mitaufgerechnet - zählt die Aktie der UBS seit Jahresbeginn zu den schwächeren Vertretern aus dem Swiss Market Index (SMI).