Drohende US-Strafzölle - Roche und Novartis-Aktien unter Druck

Die beiden Pharmaschwergewichte haben am Montag einen schweren Stand. Medienberichte, wonach die US-Regierung offenbar Strafzölle für Schweizer Pharmaexporte prüft, verschrecken Investoren.
14.10.2019 10:09
Blick über die mittlere Basler Rheinbrücke zum Firmenareal von Novartis.
Blick über die mittlere Basler Rheinbrücke zum Firmenareal von Novartis.
Bild: Pixabay

So hiess es in einem Bericht der NZZ unter Berufung auf gut informierte Quellen, der amerikanische Handelsbeauftragte Robert Lighthizer habe Pharmavertretern gesagt, Washington überlege, Strafzölle auf Exporte von pharmazeutischen Gütern aus der Schweiz zu verhängen. Gegen 10:10 Uhr sacken die Genussscheine von Roche um 1,4 Prozent auf 285,35 Franken ab. Für die Anteilsscheine von Novartis geht es um 1,1 Prozent auf 85,73 Franken nach unten. Die Kursverluste der beiden Titel sind denn auch massgeblich für die Verluste im SMI verantwortlich. Der Leitindex fällt um 0,84 Prozent zurück.

Wie es in dem Beitrag der NZZ weiter hiess, stört sich Washington dem Vernehmen nach am hohen Exportüberschuss der Schweiz im Handel mit Medikamenten. Die Schweiz lieferte im letzten Jahr für rund 40 Milliarden Franken Güter in die USA, während sich die Importe auf rund 21 Milliarden beliefen. Die aus amerikanischer Sicht negative Handelsbilanz ist dabei zu einem grossen Teil auf pharmazeutische Produkte zurückzuführen. 2018 machten diese gemäss offiziellen Zahlen des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) über 50 Prozent der Warenausfuhren in die USA aus.

Von Marktteilnehmern heisst es, dass man das Thema angesichts der Relevanz der Branche für den Schweizer Export nicht auf die leichte Schulter nehmen dürfe. Allerdings sei bislang noch nichts entschieden. Mit Blick auf Roche und Novartis solle man zudem nicht vergessen, dass zahlreiche ihrer verschreibungspflichtigen Medikamente für Indikationen zugelassen sind, in denen es sonst kaum Alternativen gibt. Daher dürften die Mittel auch trotz möglicher Zölle weiterhin Absatz in den USA finden.

(AWP)