Dufry-Aktien sacken nach durchwachsenen Zahlen ab

Dufry-Aktien haben sich am Freitag in den ersten Handelsminuten zunächst nicht für eine klare Richtung entscheiden können, bevor sie nun weiter deutlich absacken.
29.07.2016 10:10
Nach eher enttäuschenden Quartalszahlen unter Druck: Die Dufry-Aktie.
Nach eher enttäuschenden Quartalszahlen unter Druck: Die Dufry-Aktie.
Bild: cash

Der Grund ist ein eher durchwachsener Quartalsbericht. Analysten zeigen sich in ihren ersten Reaktionen davon wenig überzeugt. Um 10.10 Uhr stehen Dufry-Aktien bei 108,90 Franken. Das entspricht einem Minus von 2,9%. Zum Vergleich: Mitte Juli musste man noch 120,10 Franken zahlen für einen Titel. Danach scheine der Markt bereits etwas von der potenziellen Enttäuschung vorweggenommen zu haben, heisst es unter Händlern. Allein in den letzten Tagen haben die Aktien in Folge negativer Nachrichten aus der Branche um rund 7% nachgegeben. Der Gesamtmarkt legt gemessen am SPI (+0,5%) deutlich zu.

Wie die Quartalszahlen zeigen, leidet der Betreiber von Zollfrei-Verkaufsstellen unter der weltweit gedämpften Reise- und Konsumlust. Zumindest die Margen konnten aber verteidigt werden. Die Guidance gebe wie gewohnt wenig her, kritisieren Analysten.

Analysten bemängeln in einer erster Reaktion vor allem die negativen organischen Wachstumsraten. Nach einem kleinen Plus von 0,1% sei Dufry auf Pro-forma-Basis, also inklusive WDF, im zweiten Quartal wieder um 1,6% geschrumpft, streichen die Experten heraus.

Türkei und russische Touristen als Problemfelder

Analyst Jon Cox von Kepler Cheuvreux spricht von einer überraschenden Verschlechterung bei den organischen Umsatztrends. Als Grund für die schwache Entwicklungen nennen sämtliche Experten die schwachen Geschäfte in der Türkei sowie die Reisetrends russischer Touristen, die schwächer als prognostiziert ausgefallen seien. Zwar sehe die Gewinn- und Verlustrechnung etwas schlechter als erwartet aus, allerdings müsse man die starke Cashflow-Generierung positiv hervorheben, so der Experte weiter.

"Die organische Entwicklung konnte einmal mehr nicht überzeugen", klingt es fast schon resignierend bei ZKB-Analyst Marco Strittmatter. Dennoch: Die Zahlen lägen einigermassen im Rahmen der Erwartungen.

Beim Blick nach vorne stellt Dufry eine generell verbesserte Performance in Aussicht - eine eher schwache Aussage, moniert Analyst Felix Remmers von der Credit Suisse. Mit Blick auf die Profitabilität im abgelaufenen Berichtszeitraum schränkt aber auch er ein, dass diese eine leicht positive Überraschung darstelle.

(AWP)